· Vatikanstadt ·

Rosenkranzgebet mit erkrankten Jugendlichen in Fatima

Maria hat immer ein offenes Herz für ihre Kinder

 Maria hat immer ein offenes Herz für ihre Kinder  TED-032
11. August 2023

Papst Franziskus hat Samstagvormittag den portugiesischen Marienwallfahrtsort Fatima besucht und für den Frieden gebetet. Der Papst war am frühen Morgen mit dem Helikopter von Lissabon nach Fatima geflogen. In der Erscheinungskapelle des Marienheiligtums betete er mit kranken Jugendlichen den Rosenkranz.

Fatima ist einer der größten Marienwallfahrtsorte der Welt. 1917 berichteten drei Hirtenkinder, ihnen sei in der Nähe von Fatima mehrfach die Gottesmutter Maria erschienen. Bei einigen der Erscheinungen sprach Maria den Angaben der Kinder zufolge Prophezeiungen aus, in denen Ereignisse aus der späteren Geschichte des 20. Jahrhunderts enthalten sind, darunter auch ein Hinweis auf das Papstattentat des Jahres 1981, bei dem Johannes Paul II. schwer verletzt wurde.

In seiner kurzen, auf Spanisch improvisierten Ansprache betonte der Papst, dass die Kirche für alle Menschen offen sein müsse. Wie Maria sei auch die Kirche eine Mutter, erklärte der Papst vor mehreren hunderttausend Gläubigen. Und im Haus einer Mutter seien die Türen immer offen für all ihre Kinder. Die Gläubigen rief der Papst auf, sich mit ihren persönlichen Problemen und Sorgen der mütterlichen Liebe Marias anzuvertrauen. Wörtlich sagte er:

Liebe Schwestern und Brüder,

guten Tag!

Danke, Bischof Ornelas, für Ihre Worte und danke an euch alle für die Anwesenheit und das Gebet. Wir haben den Rosenkranz gebetet, ein sehr schönes und lebendiges Gebet, weil es uns mit dem Leben von Jesus und von Maria in Berührung kommen lässt. Und wir haben die freudenreichen Geheimnisse betrachtet, welche uns daran erinnern, dass die Kirche nichts anderes als das Haus der Freude sein kann. Die kleine Kapelle, in der wir uns befinden, ist wie ein schönes Bild der Kirche: Sie ist einladend und hat keine Türen. Die Kirche hat keine Türen, damit alle eintreten können. Und auch hier können wir darauf bestehen, dass alle eintreten können, denn dies ist das Haus der Mutter, und eine Mutter hat immer ein offenes Herz für alle ihre Kinder, alle, alle, alle, ohne Ausgrenzung.

Und wir sind hier, unter dem mütterlichen Blick Mariens, wir sind hier als Kirche, Mutter Kirche. Und die Pilgerschaft ist ein marianischer Wesenszug, denn die erste, die nach der Verkündigung Jesu eine Pilgerreise unternahm, war Maria. Sobald sie hörte, dass ihre Cousine schwanger war, die Cousine war schon sehr alt, lief sie sofort los. Es ist eine etwas freie Übersetzung, aber im Evangelium heißt es, »sie eilte«, wir würden sagen, sie lief los, sie lief los mit jenem Eifer zu helfen, da zu sein.

Es gibt so viele Namen für Maria, aber einer, den wir, wenn wir darüber nachdenken, auch sagen können, ist dieser: Die Jungfrau, die eilig unterwegs ist. Jedes Mal, wenn es ein Problem gibt, jedes Mal, wenn wir sie anrufen, kommt sie nicht zu spät, sie kommt, sie eilt, »Unsere Liebe Frau in Eile«. Gefällt euch dies? Lasst es uns alle zusammen sagen: Unsere Liebe Frau in Eile. Sie beeilt sich, um uns nahe zu sein, sie beeilt sich, weil sie Mutter ist. »Apressada«, auf Portugiesisch sagt man: apressada – sagt mir Bischof Ornelas –, Unsere Liebe Frau apressada. Und so begleitet sie das Leben Jesu und versteckt sich nicht nach der Auferstehung, sie begleitet die Jünger und wartet auf den Heiligen Geist, und sie begleitet die Kirche, die nach Pfingsten zu wachsen beginnt. Unsere Liebe Frau in Eile und Unsere Liebe Frau, die begleitet, die immer begleitet. Sie ist niemals die Protagonistin! Die Willkommensgeste der Mutter Maria ist eine doppelte: Erst heißt sie willkommen und dann weist sie auf Jesus hin. In ihrem Leben tut Maria nichts anderes, als auf Jesus hinzuweisen. »Tut, was er euch sagt«, folgt Jesus.

Das sind die beiden Gesten Mariens, lasst uns gut darüber nachdenken: Sie heißt uns alle willkommen und weist auf Jesus hin, und das tut sie etwas eilig, apressada. Unsere Liebe Frau in Eile, die uns alle willkommen heißt und uns auf Jesus hinweist. Und jedes Mal, wenn wir hierher kommen, erinnern wir uns daran: Maria hat sich hier auf besondere Weise gezeigt, damit sich der Unglaube so vieler Herzen für Jesus öffnet, mit ihrer Gegenwart weist sie uns auf Jesus hin, sie weist uns immer auf Jesus hin. Und heute ist sie hier unter uns, sie ist immer unter uns, aber heute spüren wir sie viel näher. Maria in Eile.

Freunde, Jesus liebt uns so sehr, dass er sich mit uns identifiziert und uns bittet, mit ihm zusammenzuarbeiten. Und Maria zeigt uns dies, was Jesus von uns verlangt: durchs Leben zu gehen und mit ihm zusammenzuarbeiten. Ich möchte, dass wir uns heute das Bild Mariens ansehen und jeder von uns darüber nachdenkt: Was sagt mir Maria als Mutter? Was zeigt sie mir mit dem Finger? Sie zeigt uns Jesus, manchmal zeigt sie auch eine Kleinigkeit in unserem Herzen, die nicht gut funktioniert, aber immer zeigt sie. Mutter, was zeigst du mir? Lasst uns einen kurzen Moment der Stille halten und ein jeder von uns soll in seinem Herzen sagen: »Mutter, was zeigst du mir gerade? Was gibt es in meinem Leben, das dich beunruhigt? Was gibt es in meinem Leben, das dich bewegt? Was gibt es in meinem Leben, das dich interessiert? Und du zeigst es.« Und dort zeigt sie auf das Herz, damit Jesus komme, und so wie sie uns Jesus zeigt, zeigt sie Jesus das Herz eines jeden von uns.

Liebe Brüder und Schwestern, lasst uns heute diese Gegenwart unserer Mutter Maria spüren, der Mutter, die immer sagen wird: »Tut, was Jesus euch sagt.« Sie zeigt uns Jesus. Aber auch die Mutter, die zu Jesus sagt: »Tu, was dieser von dir verlangt.« Dies ist Maria. Dies ist unsere Mutter, Unsere Liebe Frau in Eile, um uns nahe zu sein, dass sie uns alle segnen möge. Amen.