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Papst richtet Botschaft an UN-Sicherheitsrat

Friede ist möglich, wenn er wirklich gewünscht wird

 Friede ist möglich, wenn er wirklich gewünscht wird  TED-025
23 Juni 2023

Vatikanstadt/New York. Angesichts der Kriege auf der Welt hat Papst Franziskus in einer Botschaft an den UN-Sicherheitsrat zu Geschwisterlichkeit unter den Menschen aufgerufen. »Friede ist möglich, wenn er wirklich gewünscht wird!«, erklärt der Papst in seiner am Mittwochabend, 14. Juni, veröffentlichten Ansprache. Die Ansprache wurde am selben Tag in einer Sitzung des Sicherheitsrates in New York vom Sekretär der zweiten Sektion des Staatssekretariats für die Beziehungen mit den Staaten und den internationalen Organisationen, Erzbischof Paul Richard Gallagher, verlesen (siehe Foto). Geschwisterlichkeit dürfe keine abstrakte Idee bleiben, sondern müsse zu Aufbruch führen.

In der globalisierten Welt litten die Menschen unter einem »Hunger nach Geschwis-terlichkeit«, so Franziskus. Dieser entstehe aus Ungerechtigkeit, Armut, Ungleichheit und fehlender Solidarität. Die schlimmste Folge dieses Hungers seien bewaffnete Konflikte und Krieg. Derzeit erstarke ein kurzsichtiger, extremistischer und aggressiver Nationalismus, der Konflikte entfache, die unzeitgemäß und immer gewalttätiger seien.

Aus wirtschaftlicher Perspektive sei Krieg oft verlockender als Friede, weil er für einige wenige Profit bedeute, kritisierte der Papst. »Das Geld aus Waffengeschäften ist jedoch mit unschuldigem Blut beschmutzt.« Massenvernichtungs- und Atomwaffen hätten die Schlachtfelder praktisch entgrenzt – mit potenziell katastrophalen Folgen. »Es ist an der Zeit, nachdrücklich Nein zum Krieg zu sagen und klarzumachen, dass Kriege nicht gerecht sind, dass nur Friede gerecht ist«, so Franziskus.