Spuren der Gegenwart Gottes

21. Oktober 2022

Vatikanstadt. In der Generalaudienz auf dem Petersplatz am Mittwoch, 19. Oktober, setzte Papst Franziskus die Katechesereihe über die Unterscheidung fort. Eine Mitarbeiter des päpstlichen Staatssekretariats trug folgende Zusammenfassung vor:

Liebe Brüder und Schwestern, heute wollen wir darüber nachdenken, wie uns die Beschäftigung mit unserer eigenen Lebensgeschichte bei einer guten Unterscheidung der Geister behilflich sein kann. Wenn wir, wie etwa der heilige Augustinus in seinen berühmten »Bekenntnissen«, auf unser Leben blicken, werden wir einerseits viele Spuren der Gegenwart Gottes erkennen können. Es wird aber auch manch »Toxisches« zum Vorschein kommen, wie Gedanken oder Gewohnheiten, die uns lähmen und unfrei machen. Wenn wir über unsere Biographie nachdenken und sie anderen erzählen, werden wir wichtige Aspekte kennenlernen, die wir vielleicht noch gar nicht wahrgenommen haben, die es uns aber erlauben, immer besser zu verstehen, was uns inneren Frieden und Lebensfreude schenkt, was uns anspornt zum Guten – aber auch das, was uns traurig, fried- und freudlos werden lässt. Wenn wir solchermaßen in der Stille der geistlichen Unterscheidung unseren Blick schärfen, werden wir manche verborgenen Schätze in unserem Leben entdecken: die kleinen Wunder, die Gott Tag für Tag für uns tut. Wir lernen mehr und mehr verstehen, wie der Herr ganz sanft und unscheinbar in unserem Leben wirkt. Unser eigenes Herz erzählt uns von ihm, wir müssen nur lernen, seine Sprache zu verstehen.

Der Papst grüßte die deutschsprachigen Pilger auf Italienisch. Anschließend wurde folgende deutsche Übersetzung der Grüße vorgelesen:

Ein herzliches Willkommen den Pilgern deutscher Sprache. Versuchen wir in diesem Missionsmonat Oktober immer besser zu verstehen, welche Sendung der Herr einem jeden von uns anvertraut hat und bitten wir ihn, er möge all unser Tun mit seiner Gnade begleiten und vollenden.