Synode der ukrainischen Bischöfe

Für das Wohl der Gläubigen

22 Juli 2022

Przemysl/Kiew. Die Bischöfe der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche sind vom 7. bis 16. Juli in Polen zu ihrer jährlichen Synodenversammlung zusammengekommen. Wegen des russischen Angriffskriegs wurde die Synode von Kiew in die Stadt Przemysl verlegt, die nur etwa 15 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt liegt. Der Kiewer Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk unterstrich, »wie wichtig das Leben der Kirche, ihre Mission und ihre Aktivitäten unter den schrecklichen Umständen« seien. Die Kirche spiele im »Informationskrieg« eine wichtige Rolle. Schew-tschuk dankte Polen, dass es Millionen Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen habe.

Im Mittelpunkt der Bischofssynode standen die Erfahrungen mit der Synodalität. Papst Franziskus brachte in einem vom Apos-tolischen Nuntius in Polen, Erzbischof Salvatore Pennacchio, verlesenen Schreiben den Teilnehmern der Synode seine Anteilnahme am Leid des ukrainischen Volkes zum Ausdruck. Er versicherte sie seines Gebetes und seines Engagements, das »angesichts der heiklen Situation nicht immer in den Medien erscheint«. Zudem betonte er, dass das Ziel der Synode »das Wohl der Kirche und der einzelnen Gläubigen« sein müsse. Außerdem solle sie »ein Ort der Begegnung und der gegenseitigen Hilfe auf dem gemeinsamen Weg sein, auf der Suche nach neuen Wegen, die Gläubigen zu begleiten und ihnen nahe zu sein«. Mit einem Zitat aus der Ansprache vom 5. Juli 2019, als er Vertreter der griechisch-katholischen Kirche in Audienz empfangen hatte, unterstrich er erneut, dass »die Kirche der Ort sein soll, wo man Hoffnung schöpft, wo man die Tür immer offen findet, wo man Trost und Ermutigung empfängt«.

Die ukrainische griechisch-katholische Kirche ist die größte katholische Ostkirche mit nach eigenen Angaben weltweit mehr als fünf Millionen Mitgliedern. Mehr als die Hälfte der Bistümer liegen im Ausland, allein zwölf in Nord- und Südamerika. In der orthodox geprägten Ukraine gehören ihr knapp zehn Prozent der Bevölkerung an.