Der Weg der Nachfolge in Schwachheit und Hilflosigkeit

24 Juni 2022

Vatikanstadt. Bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz am Mittwoch, 22. Juni, setzte Papst Franziskus die Katechesereiche zum Thema »Sinn und Wert des Alters« fort. Eine Mitarbeiterin des Staatssekretariats trug folgende Zusammenfassung vor:

Liebe Brüder und Schwestern, in der Lesung haben wir gehört, wie liebevoll, ehrlich, direkt und freimütig der Umgang Jesu mit seinen Jüngern war. Im Gespräch mit Petrus spricht Jesus dann explizit das Thema des Älterwerdens an: Als du jung warst, warst du selbständig, im Alter aber hast du dein Leben nicht mehr selbst in der Hand. Dann gilt es verständig zu lernen, wie man in der Situation der Schwachheit, in Hilflosigkeit und Abhängigkeit von anderen, dennoch den eigenen Weg der Nachfolge weitergehen kann. Wir dürfen diese Umstellung als einen geistlichen Prozess sehen, der gewiss auch die ein oder andere Prüfung für uns bereithält. Weit verbreitet etwa ist die unselige Versuchung, die eigene Rolle behaupten zu wollen. »Was wird denn mit ihm?«, fragt Petrus im Blick auf den jüngeren Johannes. Soll das mein Nachfolger werden? Soll der »meinen« Platz einnehmen? Jesus antwortet darauf recht unwirsch: »Was geht das dich an? Du folge mir nach!« (V. 20-22). Wunderschön. Alte Menschen sollten nicht neidisch sein auf die Jungen, die nach ihnen kommen und ihren Platz einnehmen und sie überdauern. Vielmehr sind sie zu bewundern, weil sie den Weg des Glaubens treu bis zum Ende gegangen sind. Selbst wenn man zur Untätigkeit gezwungen ist und nur noch das Hören und Betrachten des Wortes Gottes bleibt, kann dies in den Augen des Herrn sogar zu einem besonders wertvollen Teil eines Lebens werden (vgl. Lk 10,42).

Der Papst grüßte die deutschsprachigen Pilger auf Italienisch. Anschließend wurde folgende deutsche Übersetzung der Grüße vorgelesen:

Von Herzen grüße ich die Gläubigen deutscher Sprache. Das Herz-Jesu-Fest, das wir am Freitag begehen, erinnert an die unendliche Liebe, mit der Jesus den Vater und jeden Menschen liebt. Lasst uns so lieben, wie er uns geliebt hat!