Aus dem Vatikan in Kürze

08 April 2022

Der Vatikan möchte Profil und Identität katholischer Schulen genauer klären. Dazu veröffentlichte die zuständige Kongregation für das Katholische Bildungswesen am 29. März ein 20-seitiges Dokument. Anlass dafür seien sowohl gesellschaftliche Veränderungen als auch Nachfragen, Konflikte und Beschwerden zum Verständnis katholischer Identität. Der von Kardinal Giuseppe Versaldi, Präfekt des Dikasteriums, unterzeichnete Text trägt den Titel »Identität der katholischen Schule - für eine Kultur des Dialogs«. Das dreiteilige Dokument befasst sich zunächst mit dem Auftrag der Kirche zur Evangelisierung. Des weiteren benennt es Auftrag und Zuständigkeiten aller Beteiligten, katholische Identität zu fördern und sicherzustellen. Abschließend werden »kritische Punkte« im Kontext der heutigen globalisierten und multikulturellen Welt analysiert.

Vor einer bloß theoretisch-aufklärerischen Bildung hat Papst Franziskus gewarnt. Erziehung und Bildung dürften nicht darin bestehen, immer nur Ideen zu kopieren, sagte er bei einer Begegnung mit Mitgliedern des Maristen-
Ordens am 24. März im Vatikan. Ganzheitliche Bildung umfasse das »Denken, Fühlen und Arbeiten von Personen«. Es komme darauf an, »zu lehren, über
den Tellerrand hinauszuschauen«. Der Papst bat die Maristen, deren Mitglieder vor allem in Erziehungseinrichtungen tätig sind, jungen Menschen zu helfen, »Hüter der Schöpfung« zu werden. Dabei dürfe man nicht in oberflächliche Parolen verfallen. Eine integrale Ökologie halte »immer die ökologische und die soziale Dimension, den Schrei der Erde und den Schrei der Armen zusammen«. Dies sei »der Horizont Gottes«.