Papst Franziskus fordert Hilfe für Ukraine

Lasst die Waffen schweigen

 Lasst die Waffen schweigen  TED-010
11 März 2022

Vatikanstadt. Mit eindringlichen Worten rief der Papst beim Angelusgebet am Sonntag, 27. Februar, zum Frieden in der Ukraine und zu Hilfe für die Menschen im Land auf. Er sagte:

Liebe Brüder und Schwestern,

wir sind dieser Tage von etwas Tragischem erschüttert worden: vom Krieg. Wir haben wiederholt dafür gebetet, dass dieser Weg nicht eingeschlagen werde. Und wir hören nicht auf zu beten, sondern wir bitten Gott noch inständiger. Deshalb erneuere ich meinen Aufruf an alle, den kommenden Aschermittwoch, 2. März, zu einem Tag des Gebets und des Fastens für den Frieden in der Ukraine zu machen. Ein Tag, an dem wir dem Leiden des ukrainischen Volkes nahe sind, an dem wir spüren, dass wir alle Brüder und Schwestern sind, und an dem wir Gott anflehen, den Krieg zu beenden.

Wer Krieg führt, wer zum Krieg anstiftet, vergisst die Menschlichkeit. Das geht nicht vom Volk aus, er schaut nicht auf das konkrete Leben der Menschen, sondern stellt parteipolitische Interessen und Macht über alles. Er verlässt sich auf die teuflische und perverse Logik der Waffen, die am weitesten vom Willen Gottes entfernt ist. Und er distanziert sich von den einfachen Menschen, die den Frieden wollen und die in jedem Konflikt die wahren Opfer sind, die für den Wahnsinn des Krieges mit ihrem Leben bezahlen. Ich denke an die älteren Menschen, an diejenigen, die in diesen Stunden Zuflucht suchen, an die Mütter, die mit ihren Kindern auf der Flucht sind... Das sind Brüder und Schwestern, für die dringend humanitäre Korridore geöffnet werden müssen und die aufgenommen werden müssen.

Mit einem angesichts der Geschehnisse in der Ukraine gebrochenen Herzen – und vergessen wir nicht die Kriege in anderen Teilen der Welt, wie Jemen, Syrien, Äthiopien... – wiederhole ich: Lasst die Waffen schweigen! Gott ist auf Seiten der Friedensstifter, nicht auf Seiten derer, die Gewalt anwenden. Denn wer den Frieden liebt, lehnt, wie es in der italienischen Verfassung heißt, »den Krieg als Mittel der Aggression gegen die Freiheit anderer Völker und als Mittel zur Beilegung internationaler Streitigkeiten ab« (Art. 11).