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Papst beschließt Jahr des heiligen Josef

Zum Helfer für die anderen werden

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17 Dezember 2021

Rom. Am Nachmittag des Hochfestes Mariä Empfängnis, 8. Dezember, hat Papst Franziskus die auf die Rehabilitierung Suchtkranker spezialisierte Gemeinschaft »Cenacolo« in Rom besucht. In der mehrstündigen Begegnung hörte er die Lebensberichte mehrerer junger Menschen an, die mit Hilfe der Gemeinschaft durch Sucht und schwierige Familienverhältnisse hindurch einen Neustart im Leben geschafft haben und sich auf ihre Wiedereingliederung in die Gesellschaft vorbereiten. »Habt keine Angst, denn Jesus mag die Realität so, wie sie ist, ungeschminkt«, sagte der Papst, der zusammen mit seinen Gastgebern das am 8. Dezember zu Ende gehende »Jahr des Heiligen Josef« abschloss.

Der Papst ermutigte seine Gastgeber darin, nach der erfahrenen Hilfe und Heilung auch selbst zum Helfer für andere Menschen in ähnlichen schwierigen Lebenslagen zu werden. »Habt den Mut, ihnen zu sagen: ›Ihr sollt wissen, dass es einen besseren Weg gibt‹«. Zudem segnete der Papst bei seinem Besuch die Hauskapelle, welche »Cenacolo«-Mitglieder eigenhändig aus recyceltem Travertinstein und aus einer Müllhalde gesammeltem Sperrmüll errichtet hatten. Der Raum stehe symbolhaft für die Arbeitsweise des »Cenacolo«, erklärte deren geistlicher Assistent, der Priester Stefano Aragno: »Wir machen aus Abfall wunderbare Werke. Diese jungen Leute, die vorher im Leben unter dem Einfluss des Bösen das Schlimmste von sich gegeben haben, entdecken jetzt im Leben des Guten die Liebe Gottes wieder.«

Bei seiner Überraschungsvisite bekam der Papst einen Ausschnitt eines Spielfilms über das Leben des heiligen Josef präsentiert, den Jugendliche aus den beiden »Cenacolo«-Niederlassungen im Marienwallfahrtsort Medjugorje (Bosnien-Herzegowina) gedreht hatten.

Die Gemeinschaft »Cenacolo« nimmt seit knapp vierzig Jahren Menschen auf, die vor allem infolge von Alkohol- und Drogensucht in Not geraten sind. Die mehrjährige »Therapie« besteht vor allem aus intensivem Gemeinschaftsleben, manueller Arbeit und Gebet. Zudem wird jedem Neuankömmling in der schwierigen ersten Phase ein erfahrenes Mitglied als »Schutzengel« zur Seite gestellt. Gegründet wurde die Gemeinschaft 1983 von der seit einigen Jahren schwer erkrankten Ordensfrau Sr. Elvira Petrozzi (84) im norditalienischen Ortes Saluzzo. Über die Jahre verbreitete sie sich auf allen Kontinenten, mit mittlerweile 71 Häusern für Männer und für Frauen in 20 Ländern.