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Die Ideen

Wenn eine Frau spricht

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30 Dezember 2021

»Der Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung [ist] die Pflicht aller Staaten, die sowohl die Menschenhändler als auch die Missbraucher identifizieren müssen. Gleichzeitig ist es notwendiger denn je, diese Ausbeutung in den verschiedenen Bereichen der Gesellschaft anzuprangern und ihr vorzubeugen: in Schulen, beim Sport, bei Freizeit- und Kulturaktivitäten, bei geistlichen Gemeinschaften und Einzelpersonen… Auch heute sehen wir, wie oft in den Familien die erste Reaktion darin besteht, alles zu vertuschen; ein erste Reaktion, die ebenso in anderen Institutionen und auch in der Kirche immer präsent ist. Wir müssen gegen diese alte Gewohnheit des Vertuschens ankämpfen.«

Franziskus, 15. Mai 2021 bei der Audienz für Mitglieder der italienischen Kinderschutzorganisation »Meter«, die sich gegen die Pädophilie und Ausbeutung und für die Rechte der Kinder einsetzt (vgl. O.R. dt., Nr. 21-22, S. 8)

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»Frauen werden verkauft, Frauen werden versklavt. Selbst im Zentrum Roms. Die Arbeit gegen den Menschenhandel geschieht jeden Tag. Während des Heiligen Jahres [der Barmherzigkeit] besuchte ich eines der vielen Häuser des karitativen Werkes von Don Benzi: Da waren freigekaufte Mädchen; eine junge Frau mit einem abgeschnittenen Ohr, weil sie an diesem Tag nicht genügend Geld gebracht hatte; die andere wurde im Kofferraum eines Autos aus Bratislava hergebracht, eine Sklavin, die entführt wurde. Das geschieht bei uns, ›den Zivilisierten‹, der Menschenhandel.«

Franziskus, 8. März 2021 bei der Pressekonferenz auf dem Rückflug aus dem Irak (vgl. O.R. dt. , Nr. 11, S. 9)

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»Der Missbrauch von Ordensfrauen ist ein ernsthaftes Problem. […] Und nicht nur der sexuelle Missbrauch der Ordensfrau: auch der Machtmissbrauch, der Gewissensmissbrauch. Dagegen müssen wir kämpfen.«

Franziskus, 10. Mai 2019, Ansprache an die Teilnehmer der 21. Generalversammlung der Internationalen Vereinigung der Generaloberinnen (UISG)  (vgl. O.R. dt., Nr. 22, S. 12)

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»Eine historische Situation muss mit der Hermeneutik der damaligen Zeit interpretiert werden, nicht mit unserer. […] Wenn es zum Beispiel um Missbrauch in der Kirche geht, um Vertuschung, wie sie – leider – auch heute noch in Familien, in einer großen Anzahl von Familien, in den Stadtvierteln praktiziert wird, Vertuschungsversuche, dann sagen wir: ›Nein, das ist nicht richtig, wir müssen das aufdecken.‹«

Franziskus, 6. Dezember 2021, Pressekonferenz auf dem Rückflug aus Griechenland (vgl. O.R. dt.,  Nr. 51-52, S. 10)

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»Eine Frau einzuladen, um über die Wunden der Kirche zu sprechen, heißt, die Kirche dazu aufzufordern, über sich selbst zu sprechen, über die Wunden, die sie hat.«

Franziskus, 22. Februar 2019, bei der Kinderschutzkonferenz im Vatikan

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Das war der Ausgangspunkt, von dem aus wir über Frauen berichten wollen, die gegen Missbrauch und Gewalt ankämpfen, und um ihre Zeugnisse zu sammeln.

(Frauen – Kirche – Welt«)