· Vatikanstadt ·

Offenheit gegenüber fremden Kulturen

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03 Dezember 2021

Rom. Bei einer Begegnung mit jungen Menschen aus aller Welt hat der Papst zur Offenheit für fremde Kulturen aufgerufen. Die »Fähigkeit zur Begegnung« dürfe in einer zunehmend globalisierten Gesellschaft nicht verloren gehen, mahnte er am Donnerstag, 25. November, im Päpstlichen Internationalen Kolleg »Maria Mater Ecclesiae« in Rom. Dort sind auf Initiative des Bildungsnetzwerks »Scholas Occurrentes« rund 50 Jugendliche aus mehr als 35 Ländern zusammengekommen, um Ideen für eine bessere Zukunft nach der Corona-Pandemie auszutauschen.

Als ein Flüchtling aus Ruanda dem Papst seine Geschichte erzählte, reagierte dieser betroffen. Vor allem die Lage an der libyschen Küste sei besorgniserregend. Die Menschen in den dortigen Lagern hätten ein »sehr hartes Schicksal« und wüssten nicht wohin. Menschenhändler versuchten, aus dem Leid der Betroffenen Profit zu schlagen. Frauen würden wie Ware verkauft. »So etwas passiert heute«, betonte Franziskus. Aus Verzweiflung versuchten viele, mit seeuntüchtigen Booten nach Europa zu gelangen. »Wir müssen uns für sie öffnen«, forderte der Papst. Sonst werde das Mittelmeer zum »größ-ten Grab der Welt«.

Bereits im Mai hatte der Papst den Sitz von »Scholas Occurrentes« in Rom besucht. Dabei eröffnete er per Videoschaltung mehrere Projekte der Schülerinitiative auf verschiedenen Kontinenten und sprach mit italienischen Jugendlichen. »Das Entscheidende im Leben ist, hinauszugehen, sagte der Heilige Vater damals.

Das päpstliche Netzwerk »Scholas Occurrentes« fördert Bildungsprojekte für benachteiligte Kinder und Jugendliche in Dutzenden von Ländern sowie den Dialog von Kulturen und Religionen. Es geht auf eine Initiative des heutigen Papstes und damaligen Erzbischofs Jorge Mario Bergoglio in Buenos Aires zurück. 2013 wurde eine Stiftung zur Förderung der Ziele gegründet. Der Sitz befindet sich in Rom.