Mitwirkung am Heilswerk Gottes

03 Dezember 2021

Vatikanstadt. In der Generalaudienz in der vatikanischen Audienzhalle am Mittwoch, 1. Dezember, setzte Papst Franziskus die Katechesenreihe über den heiligen Josef fort. Ein Mitarbeiter der deutschsprachigen Abteilung des Staatssekretariats trug folgende Zusammenfassung vor:

Liebe Brüder und Schwestern, in der heutigen Katechese befassen wir uns mit der Gestalt des heiligen Josef. Das Matthäusevangelium bezeichnet Josef als Gerechten und als Verlobten Marias, der Mutter Jesu. Die jüdische Trauung lief im antiken Israel in zwei festgelegten Etappen ab. Nach der Verlobung blieb die Braut noch ein Jahr im Elternhaus, bevor der Bräutigam sie in einer festlichen Prozession in sein Haus führte. Nun zeigte sich, dass Maria ein Kind erwartete, bevor die Brautleute zusammengekommen waren. Das jüdische Gesetz sah den Ehebruch als schweres Vergehen an, das mit dem Tod bestraft wurde. Besonders in der Verlobungszeit war das ein schwerer Vertrauensbruch. Josef, der ein frommer Jude war, wollte seine Verlobte nicht bloßstellen und beschloss, heimlich wegzugehen. Doch Gott zeigte Josef im Traum die noch größere Bedeutung der Gerechtigkeit, die der fromme Israelit bisher ausgeübt hat. Er durfte am Heilswerk Gottes durch seine Treue und seinen Selbstverzicht mitwirken. Auch uns ist der heilige Josef mit diesen Tugenden ein Vorbild, wie wir von Gott geführt zu einer reifen und selbstlosen Liebe gelangen können.

Der Papst grüßte die deutschsprachigen Pilger auf Italienisch. Anschließend wurde folgende deutsche Übersetzung der Grüße vorgelesen:

Ein herzliches Willkommen sage ich den Pilgern und Besuchern deutscher Sprache. In diesen Wochen des Advents bereiten wir uns auf die Ankunft Jesu vor, indem wir die Gestalten von Maria und Josef betrachten, die ihr Leben für das Wohl der anderen hingegeben haben. Der Heilige Geist begleite euch und eure Familien.