Entschiedenes Vorgehen gegen die Geißel der Kinderarbeit

 Entschiedenes Vorgehen gegen die Geißel der Kinderarbeit  TED-047
26 November 2021

Vatikanstadt. Erneut hat Papst Franziskus ein entschiedenes Vorgehen gegen die weltweite »Geißel der Kinderarbeit« gefordert. Diese müsse endlich »ausgemerzt« werden, sagte er am Freitag, 19. November, im Rahmen einer Audienz für Teilnehmer an einer vom Vatikan und den Vereinten Nationen ausgerichteten Konferenz. Das virtuelle Treffen fand unter dem Titel »Kinderarbeit ausmerzen, eine bessere Zukunft aufbauen« statt.

Der Papst bezeichnete das gegenwärtige Ausmaß des Problems als »schockierend und beunruhigend«. Obwohl die Volkswirtschaften vor einer vierten industriellen Revolution stünden, würden Kinder vielerorts ausgebeutet und ihrer Zukunftschancen beraubt. Dies sei »eine Verletzung der Menschenwürde«. Die anhaltende Corona-Pandemie habe die Lage weiter verschlechtert.

Um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, müsse die globale Armut beseitigt werden, so Franziskus. Zudem sei es notwendig, »Verzerrungen des aktuellen Wirtschaftssys-tems« zu korrigieren, das den Reichtum in den Händen einiger weniger konzentriere.

»Wir müssen Staaten und Wirtschaftsakteure dazu ermutigen, Möglichkeiten für menschenwürdige Arbeit mit fairen Löhnen zu schaffen«, forderte der Papst. Dann könnten Familien ihre Bedürfnisse befriedigen, ohne dass ihre Kinder zu harter Arbeit gezwungen seien. Eine wichtige Voraussetzung dafür sei eine hochwertige und kostenlose Bildung in jedem Land.

Bereits zu Monatsbeginn hatte der Papst verstärkte Anstrengungen gegen Kinderarbeit im Agrarsektor gefordert. Dabei handele es sich um eine besonders »brutale« Form der Ausbeutung, schrieb er damals in einer Botschaft an eine internationale Expertentagung. Nach Angaben der UN-Landwirtschaftsorganisation FAO sind weltweit insgesamt 160 Millionen Kinder – fast jedes zehnte – von Kinderarbeit betroffen. Etwa 70 Prozent dieser Kinder (112 Millionen) arbeiten im Agrarsektor: in Viehzucht, Forstwirtschaft, Fischerei und Aquakultur, so die neuesten verfügbaren Daten.