Im Geist leben und wandeln

05 November 2021

Vatikanstadt. Bei der Generalaudienz in der »Aula Paolo VI« am Mittwoch, 3. November, setzte Papst Franziskus die Katechesereihe über den Galaterbrief fort. Ein Mitarbeiter der deutschsprachigen Abteilung des Staatssekretariats trug folgende Zusammenfassung vor:

Liebe Brüder und Schwestern, der heilige Paulus fordert uns in der heutigen Lesung dazu auf, im Geist zu wandeln. In der Tat: An Jesus zu glauben bedeutet, ihm nachzufolgen, wie es die ersten Jünger getan haben, und dabei den entgegengesetzten Weg des Begehrens des Fleisches und des Egoismus zu meiden. Der wunderbare Weg, den Chris-tus uns weist, beginnt mit der Taufe und verlangt wie bei einer Bergwanderung viel Ausdauer, aber auch Führung. Diese finden wir im Heiligen Geist. Im Vertrauen auf seine Gnade können wir die Hindernisse und Schwierigkeiten im christlichen Leben überwinden, in der Gewiss-heit, dass Gott stets größer ist als unsere Sünden und Schwächen. Das Wandeln im Geiste geschieht aber nicht allein, sondern in der Gemeinschaft der Kirche, in der der Heilige Geist unablässig am Werk ist. In ihr trägt der eine des anderen Last. Wenn einer auf dem Weg fällt, so sollen wir ihn nicht streng aburteilen, sondern ihn eingedenk unserer eigenen Zerbrechlichkeit mit Sanftmut zurechtweisen und wieder aufrichten. Wenn wir so die Liebe zur Richtschnur all unseres Handelns erheben, wandeln wir wirklich im Geis-te.

Der Papst grüßte die deutschsprachigen Pilger auf Italienisch. Anschließend wurde folgende deutsche Übersetzung der Grüße vorgelesen:

Herzlich grüße ich die Gläubigen deutscher Sprache. Erinnern wir uns daran, dass die Gemeinschaft der Kirche nicht nur die Brüder und Schwestern auf dieser Welt umspannt, sondern auch unsere lieben Verstorbenen. Wenn wir im Geist wandeln, sollen wir auch das geistliche Werk der Barmherzigkeit vollbringen, für sie zu beten, auf dass sie bald zum Ziel der ewigen Gottesschau gelangen.