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Befreite Ordensfrau aus Mali: In der Wüste habe ich Gottes Nähe gespürt

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05 November 2021

Vatikanstadt. Die vor wenigen Wochen in Mali befreite Ordensfrau Gloria Cecilia Narváez wünscht sich eine Fortsetzung der Missionsarbeit in dem Land. Sie denke nach ihrer Befreiung viel an ihren ehemaligen Einsatz-ort im Süden Malis, etwa an
das dortige Gesundheitszentrum oder die Frauenförderung, sagte die Franziskanerin im Interview des Portals Vatican News am
26. Oktober. Schwester Gloria war im Februar 2017 in Karangasso verschleppt worden, wo sie zuvor sechs Jahre lang gearbeitet hatte. Ihre Befreiung am
9. Oktober verdanke sie dem Engagement verschiedener Regierungen »und dem Gebet der Gläubigen«, so die kolumbianische Ordensfrau. »Während der vier Jahre und acht Monate meiner Gefangenschaft litt ich am meisten in dem Moment, als ich von den anderen Entführten getrennt wurde und allein vor den Gruppen stand«, berichtete sie. »Was mich am meisten gestärkt hat, war der Glaube, das Gebet, denn ich habe unaufhörlich die Psalmen gebetet und hatte großes Gottvertrauen, weil das ganze Volk gebetet und sich geistig mit mir verbunden hat.«

Schwester Gloria lebte vier Jahre und acht Monate bei den Entführern und beschreibt ihre Beziehung zu ihnen als durchaus geprägt von »Respekt und Gebet für jeden Einzelnen von ihnen«.

Auf die Frage, ob sie jemals um ihr Leben gefürchtet hätte, antwortete Narváez: »Von dem Moment an, als sie das Haus betraten, wusste ich, was auf mich zukommt. Aber ich hatte sehr viel Vertrauen in Gott. Ich war bereit, mein Leben zu geben.«

Die Schwester erinnert sich auch an die Momente in der Wüs-te, wo sie »die Großartigkeit der Schöpfung, den Sonnenaufgang am Morgen« beobachten konnte. »In jedem Moment habe ich mich sicher, bei Gott gut aufgehoben gefühlt«, so die Kolumbianerin.

Die Mutter von Schwester Narváez starb während ihrer Gefangenschaft, was sie erst nach ihrer Freilassung erfuhr. Sie sagte, sie habe das Gefühl gehabt, dass etwas passieren könnte, da ihre Mutter in fortgeschrittenem Alter gewesen sei, und sie habe befürchtet, dass sie ihre Rückkehr vielleicht nicht mehr erleben würde. Über ihre Freilassung sagt sie: »Als ich in Bamako ankam und in das Haus des Präsidenten ging und Kardinal Jean Zerbo, den Präsidenten und den Minister für Kultur und Religionen traf, spürte ich, dass ich frei war.« An ihre ersten Gedanken kann sie sich gut erinnern: »Zunächst einmal wollte ich Gott von ganzem Herzen danken. Ich habe immer wieder gesagt: Es gibt keinen Gott, der so groß ist wie unser Gott; was er will, im Himmel und auf Erden. Ich habe immer wieder gesagt: Der Herr ist mein Licht und mein Heil. Ich war dem Herrn so dankbar, dass meine Freiheit möglich war.«