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Drei Gründe, die dieses Datum äußerst wichtig machen

Der 4. Oktober

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04 Oktober 2021

Dieser Tag, der 4. Oktober, ist aus verschiedenen Gründen ein äußerst wichtiges Datum. In erster Linie ist es der Gedenktag des heiligen Franziskus, des armen Mannes von Assisi, der seit über 800 Jahren mit seinem Licht das Abenteuer des Christentums in aller Welt, auch außerhalb der Grenzen der katholischen Kirche, erleuchtet.

Der zweite Grund ist eng mit dem ersten verbunden: Heute ist der erste Jahrestag der Veröffentlichung der Enzyklika Fratelli tutti, die von jenem Papst verfasst wurde, der für sich den Namen Franziskus gewählt hat. Der Titel ist einem Werk des Heiligen von Assisi entlehnt, genau wie jener der vorherigen Enzyklika, Laudato si'. Diese beiden Dokumente stellen zusammen zwei Säulen des Pontifikats von Papst Franziskus dar, zwei »Samen«, die das Volk der Gläubigen dazu auffordern, sich für ihr Wachstum und ihre Entwicklung einzusetzen. Insbesondere Fratelli tutti stellt verschiedene Fragen an das Gewissen des heutigen Menschen, des Katholiken und jener Katholiken, die zum Dienst der Kommunikation berufen sind (von einem bestimmten Standpunkt aus betrachtet sind alle Katholiken »Co-Kommunikatoren«, sie haben der Welt, »bis an die Grenzen der Erde«, eine gute Nachricht zu verkünden). Genau deshalb wollte die Zeitung im vergangenen Juli anlässlich des 160-jährigen Bestehens des »L'Osservatore Romano« in einigen Sonderausgaben die Überlegungen zahlreicher Redakteure und Journalisten aus aller Welt veröffentlichen, die dazu »provoziert« wurden, auf die folgende Frage zu antworten: Wie sollte sich im gegenwärtigen »Epochenwandel« die Art und Weise der Kommunikation ändern? Kann der vom Heiligen Vater aufgezeigte Weg eines »Journalismus der Brüderlichkeit« der Weg zu einem Qualitätssprung in der Kommunikation sein?

Die Antworten waren zahlreich, vielfältig und allesamt interessant. Fratelli tutti ist in der Tat eine Wasserscheide, wie Andrea Tornielli im Leitartikel vom vergangenen Samstag hervorgehoben hat, denn mit diesem Text »hat der Papst den Weg aufgezeigt, den wir gehen müssen, um dieses Ziel zu erreichen: uns als Brüder und Schwestern anzuerkennen, die füreinander einstehen […] das einzige Gegenmittel gegen den selbstzerstörerischen Wettlauf in den Abgrund des Hasses, des Krieges, des Egoismus und des Fanatismus«.

Der dritte Grund ist weniger gewichtig und auf das Leben dieser Zeitung beschränkt, er steht aber in engem Zusammenhang mit der Enzyklika des Papstes: Noch am selben Tag der Veröffentlichung von Fratelli tutti, also vor genau einem Jahr, ist der »L'Osservatore Romano« nach einer sechsmonatigen, dem Ausbruch der Pandemie zuzuschreibenden Unterbrechung zur gedruckten Papierausgabe zurückgekehrt. Und er ist in einem neuen Format zurückgekehrt, mit einem neuen Seitenlayout und einer neuen Paginierung. Unicuique suum steht unter der alten Überschrift der Zeitung, »Jedem das Seine«, was nicht nur die Unterscheidung der verschiedenen Bereiche bedeuten kann, in denen sich das menschliche Leben abspielt, die zivile Sphäre abgegrenzt von der religiösen, sondern auch, um Kohelet (Ekklesiastes) zu zitieren, dass es für alles eine Zeit gibt. Und so lebt auch der »L'Osservatore Romano« in Einklang mit der Zeit und auf den Spuren der Tradition, das heißt, er wandelt sich. Die Tradition besteht nämlich, wie der Papst unter Berufung auf das von Gustav Mahler geprägte Bild oft sagt, nicht in der Verehrung der Asche, sondern im Hüten des Feuers. Heute, ein Jahr später, ist daher die Gelegenheit, ein Wort der Einsicht zu diesen Veränderungen zu sagen, das Sie in dem Kasten auf der letzten Seite [italienischen Tageausgabe] finden.

von Andrea Monda