Worte des Papstes beim Angelus zu seiner bevorstehenden Apostolischen Reise nach Budapest und in die Slovakei

Tage des Gebets im Herzen Europas

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10 September 2021

Vatikanstadt/Budapest. Mit dem 52. Internationalen Eucharistischen Kongress hat am Sonntag, 5. September, ein wichtiges kirchliches Ereignis in Ungarn offiziell begonnen. Knapp 20.000 Gläubige aus 80 Ländern, darunter Spitzenvertreter aus Politik und Kirche, kamen bei schönem Wetter zur Eröffnungszeremonie des alle vier Jahre veranstalteten Welttreffens auf den Budapester Heldenplatz. Dabei wurde Ungarn als »Land Mariens« vorgestellt. 300 Volkstänzer aus den verschiedenen Regionen des Landes präsentierten in einer Darbietung ihre Heimat, deren geschichtliche Bezüge zum Christentum und die verschiedenen religiösen Volkstraditionen im Karpatenbecken. Bei der anschließenden heiligen Messe konzelebrierten 100 Bischöfe aus dem In- und Ausland sowie über 300 Priester. Unter den ökumenischen Gästen war der Außenamtsleiter der russisch-orthodoxen Kirche, Metropolit Hilarion.

Ungarns Primas, Kardinal Peter Erdö, betonte in seinen Eröffnungsworten, dass die Gegenwart Jesu in der Eucharistie und somit auch in der Kirche und unter den Menschen der inhaltliche Kern sei, um den sich die Großveranstaltung drehe. »Alle unsere Kräfte und Hoffnungen stammen von ihm. Die Eucharistie ist die Quelle, aus der sich unser christliches Leben und unsere Sendung nährt«, so der Erzbischof von Budapest-Esztergom. Erdö bedankte sich bei den Organisatoren, der ungarischen Gesellschaft und beim Päpstlichen Komitee für die Eucharistischen Weltkongresse für das Zustandekommen des Großereignisses.

Hauptzelebrant der Eröffnungsmesse war der italienische Kardinal Angelo Bagnasco, Vorsitzender des Rates der europäischen Bischofskonferenzen. So schwach und fehlerbehaftet die Kirche auch sei, halle in ihr doch die Stimme von Jahrhunderten wider und das »Blut der Märtyrer« mache sie lebendig, wodurch das Licht Christi in ihr aufstrahle, sagte der frühere Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz. Die Priester hätten dabei die Funktion und Aufgabe, »Erben der lebendigen Tradition, Propheten der Seele in einer von Materialismus geprägten Welt und Künder der Gottesliebe und der Zukunft« zu sein.

Bagnasco wandte sich auch an die 1.200 Kinder, die bei der heiligen Messe die Erstkommunion empfingen. Mit Jesus Christus hätten sie »einen Freund gefunden, der euch niemals verraten wird«. An hunderte ebenfalls anwesende Schüler katholischer Schulen gerichtet, sagte der emeritierte Erzbischof von Genua, es sei wichtig, in einer Schulgemeinschaft lernen zu können, in der es keine Vorurteile gegenüber Religion und Christentum gebe. Ein gelungenes Leben im christlichen Sinn ziele nicht auf Erfolg oder Berühmtheit ab, sondern darauf, »sinnvoll zu sein«.

Der Eucharistische Weltkongress dauert bis kommenden Sonntag, 12. September. Papst Franziskus wird der Feier der Abschlussmesse vorstehen, ehe er einen mehrtägigen Besuch in der Slowakei absolviert. Ziel des alle vier Jahre in einer anderen Metropole stattfindenden Großereignisses ist es, das Verständnis und die Verehrung des Sakraments der Heiligen Eucharistie in der Orts- und Weltkirche zu fördern und zu vertiefen.

Beim diesjährigen Kongress gibt es darüber hinaus auch karitative Programmpunkte wie etwa ein »Festmahl der Liebe«, zu dem bereits am Auftaktwochenende Ungarns Diözesen bedürftige Familien, ältere Menschen und Alleinstehende eingeladen hatten. Am Hauptschauplatz, dem Messegelände »Hungexpo«, finden täglich gemeinsame Gebete, Katechesen und Gottesdienste statt. Darüber hinaus gibt es an mehreren Orten der ungarischen Hauptstadt Bühnenprogramm, kulturelle Veranstaltungen sowie ein Programm für Familien und Jugendliche. Vor der Szent-Istvan-Basilika findet eine Buchmesse statt, wo 130 christliche Verlagshäuser ihre Neuerscheinungen präsentieren. (Info: www.iec2020.hu/de)