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Vatikan bildet Kommissionen für Weltbischofssynode 2021-2023

Weltweite Bedeutung von Synodalität

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30 Juli 2021

Vatikanstadt. Das vatikanische Sekretariat für die Bischofssynode hat am Dienstag, 20. Juli, weitere Vorbereitungen für die im Herbst beginnende Weltbischofssynode bekanntgegeben. So wurden zwei Kommissionen gebildet, deren Mitglieder sich um theologische und methodologische Fragen kümmern sollen. Eine zusätzliche Steuerungskommission koordiniert den weltweit angelegten synodalen Prozess. Die Bischofssynode ist in der katholischen Kirche eine Versammlung von Bischöfen, die als Beratungsorgan des Papstes zu bestimmten Themen dient.

Die Kommissionen sollen die im Oktober beginnende erste Phase der Weltbischofssynode auf diözesaner Ebene ebenso begleiten wie die zweite, kontinentale Phase, die im Sommer 2022 starten soll. Die abschließende Synodenversammlung der Bischöfe tagt im Oktober 2023. Der auf zunächst gut zwei Jahre angelegte synodale Prozess soll weltweit das synodale Selbstverständnis der katholischen Kirche stärken und regional wie international wichtige Zukunftsthemen erarbeiten.

Mitglieder der Steuerungsgruppe sind der Synodenexperte der Italienischen Bischofskonferenz, Erzbischof Erio Castellucci von Modena und Carpi, der Mailänder Jesuit Giacomo Costa, der im Redaktionsteam der Amazonas-Synode mitwirkte, sowie Pierangelo Sequeri vom »Johannes-Paul-II.-Institut für Ehe und Familie« in Rom. Der sehr international besetzten theologischen Kommission gehört unter anderen der deutsche, in Paris lehrende Theologe Christoph Theobald an.

Die mit Frauen und Männern paritätisch besetzte Kommission für die Methodologie der Synode wird koordiniert von der französischen Theologin Nathalie Becquart, Untersekretärin des Synodensekretariats. Ihr obliegt es, »best-practice«-Beispiele zu sammeln, Arbeitshilfen und Unterstützung zu synodalen Initiativen vor Ort zu geben, aber auch neue Ideen zum methodischen Vorgehen bei der Bischofsversammlung im Oktober 2023 zu entwickeln.

Erst kürzlich hatte Papst Franziskus den Luxemburger Erzbischof, Kardinal Jean-Claude Hollerich, zum Generalrelator der Synode ernannt. Als solcher wird er vor allem bei der Synodenversammlung 2023 tätig, den Prozess bis dahin aber mit verfolgen.

In einem Interview mit »Vatican News« (Mittwoch, 21. Juli) hat der Generalsekretär der Bischofssynode, Kardinal Mario Grech, die weltweite Bedeutung von Synodalität und der bevorstehenden Weltsynode bekräftigt. »Viele denken, die Synodalität sei nur ein ›Tick‹ des Papstes«, sagte Grech. Das sei ein großes Missverständnis. Synodalität sei vielmehr das entscheidende Verständnis der Kirche als einer Gemeinschaft, in der sich alle Gläubigen – je nach Möglichkeiten und Funktion – beteiligen können.

Grech zufolge hat es in Vorbereitung auf den weltweiten synodalen Prozess und die Weltsynode bereits Vorgespräche mit den Vorsitzenden der kontinentalen sowie nationalen Bischofskonferenzen gegeben. Auch mit den Patriarchen des Ostens habe man sich bereits ausgetauscht sowie auf Einladung mit den Bischofskonferenzen von Brasilien, Burundi und den Antillen. Es seien sehr gute und fruchtbare Gespräche gewesen, betonte Grech. »Mit diesem Ansatz wollten wir die Botschaft vermitteln, dass die synodale Beteiligung aller auch in dieser Phase des Projektstarts wichtig ist«, so der Kardinal.