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Grußworte von Papst Franziskus bei der Generalaudienz am 12. Mai

Der geistliche Kampf des Betens

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12 Mai 2021

In der Generalaudienz am Mittwoch, 12. Mai, die im Damasus-Hof des Apostolischen Palastes stattfand, setzte Papst Franziskus seine Katechesenreihe über das Gebet fort. Ein Mitarbeiter der deutschsprachigen Abteilung des Staatssekretariats trug die folgende Zusammenfassung vor:

Liebe Brüder und Schwestern, das Gebet erfordert, wie das christliche Leben überhaupt, immer unsere Anstrengung. Alle großen Beter in der Bibel und in der Kirchengeschichte bezeugen sowohl den inneren Frieden, den das Gebet schenkt, zugleich aber auch den geistlichen Kampf, der mit dem Gebet verbunden ist. Beten bedeutet ein inneres Ringen mit sich selbst und ein Kampf gegen die List des Versuchers, der alles daransetzt, uns vom Beten und von der Vereinigung mit Gott abzuhalten (KKK 2725-2728). Einige Heilige haben diesen Kampf jahrelang ausdauernd gekämpft. Sie beteten weiter, auch wenn sie beim Beten nichts empfanden als Trockenheit, auch wenn das Gebet augenscheinlich nichts nützte, auch wenn Gott scheinbar stumm blieb. Es ist lohnend, sich mit den wertvollen Erfahrungen und Weisungen der großen geistlichen Gestalten unserer Tradition näher zu beschäftigen. Sie zeigen etwa, wie wichtig es ist, standhaft im Gebet auszuharren, und sie erinnern uns daran, dass wir nie allein sind, dass einer über uns wacht und uns beschützt. Als der heilige Mönchsvater Antonius nach einem langen und harten inneren Kampf endlich wieder seinen Frieden fand, fragte er den Herrn: »Wo warst du? Warum bist du nicht zu Anfang gekommen, um meine Qualen zu beendigen?« Jesus antwortete ihm: »Antonius, ich war hier, aber ich wartete, um dein Kämpfen zu sehen« (Vita Antonii, 10).

Der Heilige Vater grüßte die deutschsprachigen Gläubigen auf Italienisch. Anschließend wurde folgende deutsche Übersetzung der Grüße vorgelesen:

Liebe Brüder und Schwestern deutscher Sprache, das morgige Hochfest Christi Himmelfahrt lenkt unseren Blick nach oben über das Irdische hinaus. Erinnern wir uns aber zugleich auch an die Sendung, die der Herr uns hier auf Erden anvertraut hat. Der Heilige Geist leite uns an in dem guten Kampf, den wir zu kämpfen haben.