· Vatikanstadt ·

Grußworte von Papst Franziskus bei der Generalaudienz am 19. Mai

Den Sinn auf das Kommen des Herrn ausrichten

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19 Mai 2021

In der Generalaudienz am Mittwoch, 19. Mai, die wieder im Damasushof des Apostolischen Palastes stattfand, setzte Papst Franziskus seine Katechesenreihe über das Gebet fort. Ein Mitarbeiter der deutschsprachigen Abteilung des Staatssekretariats trug die folgende Zusammenfassung vor:

Liebe Brüder und Schwestern, heute möchte ich über einige Schwierigkeiten beim Beten sprechen. »Oft wird das Beten durch die Zerstreuung erschwert« (KKK, 2729). Zerstreuungen sind nicht schuldhaft, man muss aber gegen sie ankämpfen. Dabei ist wichtig, den Ablenkungen nicht nachzugehen, noch sie zu verscheuchen zu suchen, sondern die Tugend der Wachsamkeit zu leben. Wie in den Gleichnissen im Evangelium müssen wir unseren Sinn auf das Kommen des Herrn ausrichten. Eine weitere Schwierigkeit ist die Trockenheit. »Diese gehört zum inneren Gebet, wenn das Herz von Gott wie getrennt und ohne Verlangen nach geistlichen Gedanken, Erinnerungen und Gefühlen ist« (KKK, 2731). Eine Versuchung gegen das Gebet ist dann der Überdruss, der »durch das Nachlassen der Askese, das Schwinden der Wachsamkeit und durch mangelnde Sorgfalt des Herzens hervorgerufen« wird (KKK, 2733). Wie sollen wir nun mit dieser Aufeinanderfolge von Hochgefühlen und Entmutigungen umgehen? Wir müssen lernen, in Beständigkeit weiterzugehen. Der Fortschritt im geistlichen Leben besteht darin, dass wir in den Schwierigkeiten ausharren im Vertrauen, dass der Herr im finsteren Tal bei mir ist (vgl. Ps 23,4) und mein Rufen und Fragen als Ausdruck des Glaubens und als Gebet annimmt.

Der Heilige Vater grüßte die deutschsprachigen Gläubigen auf Italienisch. Anschließend wurde folgende deutsche Übersetzung der Grüße vorgelesen:

Herzlich heiße ich die Pilger deutscher Sprache willkommen. In diesen Tagen der Pfingstnovene beten wir besonders um das Kommen des Heiligen Geistes, damit er die Herzen der Gläubigen erfülle. Er schenke uns auch die Kraft, auszuharren, wenn uns das Beten schwerfällt. Der Heilige Geist leite uns auf unserem Weg.