· Vatikanstadt ·

Die Inselgruppe wurde von Fernando Magellan entdeckt

Kirche auf den Philippinen feiert 500 Jahre Evangelisierung

cq5dam.thumbnail.cropped.500.281.jpeg
30 April 2021

Manila. Die katholische Kirche auf den Philippinen begeht derzeit mit zahlreichen Feiern den 500. Jahrestag der Ankunft des Christentums auf dem Inselstaat. Das Jubiläum stelle eine Gelegenheit dar, »die Taufgnade, die uns auf persönlicher und gemeinschaftlicher Ebene zu Zeugen Christi und Missionaren macht, noch einmal zu erleben«, betonte Erzbischof Jose Serofia Palma von Cebu gegenüber der römischen Nachrichtenagentur Fides. Zu Beginn der Feierlichkeiten wurden bereits am vergangenen Ostermontag die Heiligen Pforten in über hundert Kirchen geöffnet und an die erste Taufe erinnert, die 1521 auf der zentralen Insel Cebu gefeiert wurde. Auch Papst Franziskus gedachte am 4. April der Ankunft des christlichen Glaubens auf den Inseln und sprach in einer Videobotschaft seine Wertschätzung für die Christen vor Ort aus.

Der im Auftrag der spanischen Krone segelnde Seefahrer Fernando Magellan entdeckte die Inselgruppe vor 500 Jahren, am 16. März 1521, und leitete damit die Christianisierung des Landes ein. Der erste christliche Gottesdienst auf den Philippinen fand am 31. März 1521 auf der Insel Limasawa im Süden von Leyte statt.

Mit der Missionierung der Philippinen hätten »wir alle den Missionsauftrag erhalten, damit wir den Glauben und die Liebe Christi im Land und in der Welt verkündigen und bezeuge«, betonte Erzbischof Palma.

Im Rahmen des feierlichen Gedenkens an die erste Taufe auf den Philippinen in Cebu City (14. April) forderte auch der Apostolische Nuntius auf den Philippinen, Erzbischof Charles J. Brown, die katholischen Gläubigen des Landes auf, »ihr Taufversprechen mit Mut, Eifer und Treue zu leben« und »die Botschaft des Evangeliums mit Worten und Taten weiterzugeben«. Und er fügte hinzu: »Heute, 500 Jahre später, wird der gleiche katholische Glaube von Filipinos in die ganze Welt getragen, nicht wie einst als Kolonisatoren, sondern in vielen Fällen als Arbeitskräfte, die im Ausland beschäftigt sind, rund 10 Millionen.« Im Rahmen der Feier wurden sieben Kinder aus verschiedenen Gemeinden der Insel getauft; zuvor wurde in der Erzdiözese Cebu die Taufe von 100 Erwachsenen gefeiert.

Gemäß dem im März veröffentlichten statistischen Jahrbuch der katholischen Kirche von 2019 stehen die Philippinen weltweit an dritter Stelle in Bezug auf die Zahl der Getauften. So verzeichnete der asiatische Inselstaat 2019 mehr als 1,6 Millionen Taufen von Jungen und Mädchen. Von den gut 108 Millionen Einwohnern der Philippinen sind heute mehr als 80 Prozent katholisch, damit hat das südostasiatische Land die drittgrößte Zahl von Katholiken weltweit.

Die offizielle Eröffnungszeremonie der Feierlichkeiten, die den Höhepunkt der Gedenkfeiern sowie der pastoralen und missionarischen Aktivitäten auf dem gesamten Archipels bilden soll und ursprünglich für April 2021 geplant war, wird coronabedingt aber erst im April 2022 stattfinden, wie die Philippinische Bischofskonferenz im September 2020 bekanntgegeben hatte. Zur Vorbereitung auf die 500-Jahr-Feier des Christentums hatte die Bischofskonferenz zudem einen neunjährigen Zyklus (von 2013 bis 2021) ausgearbeitet, in dem jedem Jahr ein bestimmtes Thema zugewiesen war, um den missionarischen Charakter des Christentums zu vertiefen und die philippinische Kirche neu zu beleben.

Der Seefahrer Magellan war am 10. August 1519 zu seiner größten Unternehmung aufgebrochen: Er sollte, so legte es Spaniens König Karl I. fest, »in den Gebieten, die uns gehören und die unsere sind im ozeanischen Meer«, zu neuen Ufern vorstoßen und dabei Gewürzvorkommen entdecken »und andere Dinge, womit uns sehr gedient ist und woraus diese unsere Reiche großen Nutzen ziehen werden«. Magellan starb am 27. April 1521, als er gewaltsam versuchte, die Bewohner der philippinischen Insel Mactan unter die Herrschaft der spanischen Krone zu stellen und sie zum Christentum zu bekehren. Angeblich soll der Entdecker durch einen Giftpfeil und Lanzenstöße gestorben sein.