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Gehaltskürzungen in Folge des Finanzdefizits

Anordnung von Sparmaßnahmen für den Vatikan

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02 April 2021

Vatikanstadt. In einem am Mittwoch, dem 24. März, veröffentlichten Motu proprio hat Papst Franziskus eine proportionale Kürzung der Gehälter von Mitarbeitern der Römischen Kurie und Angestellten des Staates der Vatikanstadt angeordnet. Die Maßnahmen sollen ab 1. April in Kraft treten. Der Schritt stehe in Zusammenhang mit dem seit mehreren Jahren bestehenden Finanzdefizit des Vatikan, heißt es in dem Erlass des Papstes. Als weitere Begründung für die Einsparungen wird die Corona-Pandemie genannt, aufgrund derer sich die wirtschaftliche Situation sowohl der Vatikanstadt als auch des Heiligen Stuhls verschlechtert habe. Ziel der Gehaltskürzungen sei es, die derzeitigen Arbeitsplätze zu sichern und eine wirtschaftlich tragbare Zukunft des Sendungsauftrages der zentralen Behörden der Kirche zu gewährleisten. Die Maßnahmen seien in Rücksprache mit dem vatikanischen Wirtschaftssekretariat erfolgt, so das Schreiben.

Neben den Kurienkardinälen, bei denen eine zehnprozentige Kürzung der Gehälter vorgenommen wird, sind auch weitere Führungskräfte des Vatikans von den Gehaltskürzungen betroffen. Vorgesetzte in den Vergütungsstufen C und C1, also Präfekten und Sekretäre der Dikasterien, müssten demnach ein Minus ihres Lohns von acht Prozent im Vergleich zu den vorigen Zahlungen hinnehmen. Geistliche und Ordensleute im Dienst des Vatikan, die sich in den Gehaltsgruppen C2 und C3 befinden, erhalten künftig um drei Prozent gekürzte Zahlungen. Die von der Reduzierung der Zahlungen betroffenen Vatikanangestellten können aufgrund einer Härtefallregelung eine Aussetzung der Kürzung beantragen. Voraussetzung dafür ist, dass sie ansonsten nicht die »Fixkosten für ihre Gesundheit oder die der Angehörigen« aufbringen könnten.

Zudem wird bis Ende März 2023 die alle zwei Jahre anfallende Gehaltserhöhung für alle Vatikanangestellten ab der vierten Stufe ausgesetzt. Mitarbeiter der niedrigen Gehaltsstufen sind davon ausgenommen. Die Anweisungen gelten auch für das Vikariat von Rom, die Kapitel der Päpstlichen Basiliken und die Bauhütte des Petersdoms. Betroffen sind insgesamt gut 4.000 Personen. Betriebsbedingte Kündigungen, so hatte Franziskus mehrfach betont, müssten unter allen Bedingungen vermieden werden. Vor zwei Wochen hatte der Vatikan das erste Mal seit Jahren einen detaillierten Haushaltsplan vorgelegt. Es wurde ein Defizit von 50 Millionen Euro ausgewiesen. Die Ausgaben des Vatikan sollten deshalb noch im laufenden Jahr um 25 Millionen Euro reduziert werden.