· Vatikanstadt ·

Grußworte von Papst Franziskus bei der Generalaudienz am 16. Dezember

Fürbitte ist Aufgabe aller

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16 Dezember 2020

Bei der Generalaudienz am Mittwoch, 16. Dezember, die wieder per Livestream aus der Bibliothek des Apostolischen Palastes übertragen wurde, setzte Papst Franziskus seine Katechesereihe über das Gebet fort. Ein Mitarbeiter der deutschsprachigen Abteilung des Staatssekretariats trug die folgende Zusammenfassung vor:

Liebe Brüder und Schwestern, die heutige Katechese ist dem fürbittenden Gebet gewidmet. Wer betet, kehrt der Welt nicht den Rücken zu, sondern nimmt Freud und Leid, Angst und Hoffnung der Menschheit ins Gebet hinein. Stille und Zurückgezogenheit helfen, Gottes Stimme zu hören, zugleich aber muss das Herz offen sein für die anderen, vor allem für die, denen das Beten schwerfällt oder die nicht beten können. Die innere Beziehung zum Herrn lässt den Beter alle und alles in Gott finden. So trägt er die ganze Welt vor den Herrn, er betet für alle und jeden Einzelnen und stellt sozusagen eine »Antenne für Gott« in dieser Welt dar. In jedem Gebet ist die Erfahrung des Menschlichen zugegen, die Schwachheit und das Sündersein, die uns allen gemeinsam sind. Wenn ein Gläubiger, geleitet vom Heiligen Geist, für die Sünder betet, macht er dabei keine Unterschiede: Er betet für alle und auch für sich selbst. Zugunsten anderer zu bitten ist Aufgabe aller Glieder der Kirche, und wer ein verantwortungsvolles Amt innehat – Eltern, Lehrer, Geistliche und Obere – ist dazu besonders verpflichtet. In der Zeit der Kirche hat das Fürbittgebet der Christen teil an der Fürbitte Christi; es ist Ausdruck der Gemeinschaft der Heiligen (vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, 2635).

Der Heilige Vater grüßte die deutschsprachigen Zuschauer und Zuhörer auf Italienisch. Anschließend wurde folgende deutsche Übersetzung der Grüße vorgelesen:

Einen herzlichen Gruß richte ich an die Brüder und Schwestern deutscher Sprache. Die Fürbitte vereint uns mit dem Beten Jesu, der beim Vater für alle Menschen eintritt. Vergessen wir nicht, den Herrn für die anderen zu bitten, auch für die, die uns Böses zufügen. Allen wünsche ich einen gesegneten Advent.