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Papst Franziskus wiederholt Friedensaufruf zu Äthiopien

Der Gewalt ein Ende setzen

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04 Dezember 2020

Papst Franziskus hat die Konfliktparteien in Äthiopien erneut aufgerufen, der Gewalt ein Ende zu setzen und den Frieden im Land wiederherzustellen. Der Papst verfolge die Nachrichten aus dem ostafrikanischen Land mit Sorge, erklärte der Direktor des Presseamtes des Heiligen Stuhls, Matteo Bruni, am späten Freitagabend, 27. November. Wegen der Gewalt seien bereits Hunderte Menschen gestorben und Zehntausende gezwungen, ihre Häuser zu verlassen und in den Sudan zu fliehen.

Bereits vor drei Wochen hatte der Papst die Regierung in Addis Abeba und die Milizen in der Provinz Tigray aufgerufen, »der Versuchung der bewaffneten Konfrontation zu widerstehen«. Stattdessen sollten sie zu brüderlichem Respekt, Dialog und einer friedlichen Lösung der Probleme zurückfinden.

Mehr Solidarität für die Menschen in der Krisenregion Tigray forderte unterdessen auch das Europa-Netzwerk der kirchlichen Kommissionen für Gerechtigkeit und Frieden (»Iustitia et Pax«). »Wir unterstützen den Appell des EU-Parlaments an alle Konfliktparteien, den Schutz der Zivilbevölkerung durch uneingeschränkte Einhaltung des humanitären Völkerrechts und des internationalen Menschenrechts zu gewährleisten«, erklärte »Iustitia et Pax Europa« in Brüssel. Die internationale Gemeinschaft einschließlich der EU solle aktiv zu Friedensverhandlungen beitragen und humanitäre Korridore ermöglichen, so die Organisation weiter. Menschen in Not könne so ungehindert Hilfe zuteil werden. In Tigray missachteten bewaffnete Truppen derzeit immer wieder das Völkerrecht. Eine »Eskalation der Gewalt« führe zu schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen und mehreren Hundert getöteten Zivilisten.

Rund 40.000 Äthiopier mussten den Angaben zufolge in den benachbarten Sudan fliehen. Die Vereinten Nationen haben wiederholt auf eine drohende und teils eingetretene Nahrungsmittelknappheit hingewiesen. Schätzungen zufolge sind etwa eine Million Menschen vertrieben, darunter rund 100.000 Flüchtlinge aus Eritrea. Die äthiopische Justiz- und Friedenskommission berichtet laut »Iustitia et Pax«, dass »einige Opfer zehn Tage laufen müssen, um den Sudan zu erreichen; Mütter, die weinende Babys mit Hunger und Durst tragen, voller Angst vor dem Unbekannten, mit Schocks und Kriegstraumata«. Wer bleibe, sei einer drohenden Hungersnot ausgesetzt.

Anfang November war in der nordäthiopischen Region Tigray ein militärischer Konflikt zwischen der Regierung in Addis Abeba und der »Volksbefreiungsfront von Tigray« (TPLF) ausgebrochen. Der Konflikt gefährdet die Zivilbevölkerung und hat laut internationalen Organisationen zu erheblichen Fluchtbewegungen auch in den Sudan geführt.