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Grußworte von Papst Franziskus bei der Generalaudienz am 30. Dezember

Alles ist Geschenk, ja Gnade

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30 Dezember 2020

Bei der Generalaudienz am Mittwoch, 30. Dezember, die wieder per Livestream aus der Bibliothek des Apostolischen Palastes übertragen wurde, kehrte Papst Franziskus wieder zu seiner über Weihnachten unterbrochenen Katechesereihe über das Gebet zurück. Ein Mitarbeiter der deutschsprachigen Abteilung des Staatssekretariats trug die folgende Zusammenfassung vor:

Liebe Brüder und Schwestern, im Rahmen unserer Katechesen zum Thema des Gebets blicken wir heute auf das Dankgebet. Manchmal tun Menschen sich schwer mit dem Danken, weil sie meinen, sie hätten sozusagen ein Anrecht auf das Gute, das ihnen widerfährt. Viele jedoch gelangen zu der entscheidenden Erkenntnis, dass letztlich alles Geschenk, ja Gnade ist. Ehe wir denken konnten, wurden wir gedacht; ehe wir lernten zu lieben, wurden wir geliebt. Wir verdanken uns nicht uns selbst. Leben heißt vor allem, empfangen zu haben. So verdanken wir uns unseren Eltern, Erziehern, Freunden und vielen anderen Menschen, ohne die wir nicht dieselben wären, die wir heute sind. Im letzten aber verdanken wir uns Gott. Seine Gnade geht allem voraus und was uns auch widerfährt, wir haben immer Grund zu danken. Nicht von ungefähr ist für uns Christen das wesentlichste Sakrament das der Danksagung, die Eucharistie. In der Begegnung mit Jesus erfährt der Mensch, dass er bedingungslos geliebt ist –  und diese Liebe verwandelt, wie uns die verschiedenen Abschnitte der Evangelien, die wir jetzt in der Weihnachtzeit hören, bezeugen. Auch wir sind berufen, in seiner Liebe die Kraft zu erkennen, die die Welt regiert. Wir irren nicht mehr plan- und ziellos umher. Wir haben in Christus eine Heimat, einen festen Bezugspunkt und von da aus erscheint uns alles noch einmal so viel schöner. Dankbarkeit ist der tiefste Grund der Freude.

Der Heilige Vater grüßte die deutschsprachigen Zuschauer und Zuhörer auf Italienisch. Anschließend wurde folgende deutsche Übersetzung der Grüße vorgelesen:

Liebe Brüder und Schwestern deutscher Sprache, am Ende dieses schwierigen Jahres sind wir vielleicht versucht, erst einmal all das zu sehen, was nicht möglich war und was uns gefehlt hat. Vergessen wir darüber aber nicht die vielen, unzählbaren Gründe, die wir haben, Gott und unseren Mitmenschen zu danken. Ich wünsche euch von Herzen jene Freude, die aus der Dankbarkeit kommt!