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Vatikan will auf Elektrofahrzeuge umsteigen

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Ein Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasen

20 November 2020

Der Vatikan will seine Dienstwagenflotte komplett auf Elektrofahrzeuge umstellen. Das kündigte Chefingenieur Roberto Mignucci in einem Interview mit Nicola Gori, Redakteur der italienischen Tagesausgabe unserer Zeitung, an. Unter dem Smog des römischen Stadtverkehrs leide auch der Vatikanstaat; man wolle daher ein Zeichen setzen, sagte Mignucci. Bei einer durchschnittlichen jährlichen Fahrleistung von nur 6.000 Kilometern gebe es keinen Grund, an Verbrennungsmotoren festzuhalten. Bis wann der Vatikan seinen Fuhrpark ausgewechselt haben will, gab der Ingenieur nicht an.

Ladesäulen für E-Autos stünden bereits an mehreren strategisch günstigen Standorten rund um den Petersdom, sagte Mignucci. Weitere Strom-Tankstellen seien auch auf außerhalb gelegenen Vatikan-Territorien geplant, etwa bei den Päpstlichen Basiliken Santa Maria Maggiore, Sankt Johann im Lateran und Sankt Paul vor den Mauern. Vorerst könnten nur vatikanische Dienstwagen diesen Service nutzen.

Papst Franziskus hatte Ende 2019 mitgeteilt, der Vatikan werde einem internationalen Abkommen zur Reduktion von Treibhausgasen beitreten, den »Kigali-Änderungen«. Ingenieur Mignucci sagte, die für die Ozonschicht schädlichsten Gase sollten bis spätestens 2025 verschwinden. Außerdem verwies Mignucci auf Solarstrom-Anlagen auf den Dächern der vatikanischen Audienzhalle und der Mensa. Die Ausbaumöglichkeiten seien begrenzt, da man Solarzellen schlecht auf bedeutenden historischen Gebäuden installieren könne. Die 2008 aus Deutschland gelieferte Photovoltaik-Anlage auf der Audienzhalle decke jedenfalls vollauf den Energiebedarf für das rund 8.000 Besucher fassende Gebäude.