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Religionen helfen in der Pandemie

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»G20 Interfaith Forum« abgeschlossen

23 Oktober 2020

Riad/Wien. Zum Abschluss des diesjährigen Interreligiösen G20-Forums haben die Organisatoren die Rolle der Religionsgemeinschaften in der Corona-Krise hervorgehoben. Wichtig seien engere Beziehungen zwischen Regierungen und religiösen Führungspersönlichkeiten, auch auf Ebene der UN, hieß es in einer am vergangenen Wochenende veröffentlichten Schlusserklärung der Verantwortlichen, darunter das Wiener Dialogzentrum KAICIID und die Allianz der Zivilisationen der Vereinten Nationen (UNAOC). So sollten etwa die G20-Staaten bei ihren künftigen Gipfeln das »G20 Interfaith Forum« offiziell an ihren Beratungen beteiligen.

»In diesen schwierigen Zeiten, in denen das Coronavirus globale wirtschaftliche und soziale Verwerfungen verursacht, sollten politische Entscheidungsträger anerkennen, dass für über 80 Prozent der Weltbevölkerung Religion das tägliche Leben, Normen und Beziehungen beeinflusst«, so die Erklärung. Die Bedeutung religiöser Führungspersönlichkeiten gehe über die Feier von Gottesdiensten oder pastorale Aufgabe hinaus. In vielen Weltregionen verbreiteten sie die Ideale von Nächstenliebe, Sicherheit, Menschenrechten und Zusammenhalt, »insbesondere für die Schwächsten in allen Gesellschaften«.

Die G20-Staaten sollten bei ihrer Zusammenarbeit gerade die Schwächsten im Blick behalten, appellierten die Gipfel-Organisatoren. Dabei könnten sie vom ethischen Engagement des Interreligiösen Forums profitieren, riefen sie zur systematischen Einbindung religiöser Akteurinnen und Akteure in politische Entscheidungsprozesse auf nationaler und internationaler Ebene auf. Eine konkrete Empfehlung des Forums ist auch, dass Religionsgemeinschaften in Entwicklung und Verteilung eines Impfstoffs gegen das Corona-Virus eingebunden werden.

Das Interreligiöse G20-Forum hatte in Form einer groß angelegten, mehrtägigen Online-Konferenz getagt. Hunderte Religionsführer, Experten und Politiker berieten dabei über die Folgen der Corona-Pandemie und Strategien gegen gewaltsame Konflikte, Klimawandel, Hassrede und Menschenhandel. Die Ergebnisse sollen Ende November den Staats- und Regierungschefs der führenden Volkswirtschaften der Welt bei ihrem diesjährigen G20-Gipfel im saudischen Riad vorgelegt werden. Als Vertreter des Vatikan hatte Kardinal Miguel Ayuso Guixot, der Präsident des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog, erklärt, Religionen müssten die Welt mit Hoffnung »anstecken«. Videobotschaften zum Start der Beratungen gab es unter anderen von UN-Vizegeneralsekretärin Amina Mohammed und dem Hohen Vertreter der UN-Allianz der Zivilisationen, Miguel Moratinos.