· Vatikanstadt ·

Wie eine blühende Wiese im Sonnenschein

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Audienz für die Kinder des Autismuszentrums »Sonnenschein« in St. Pölten (Österreich)

25 September 2020

Der Papst hat am Montagvormittag, 21. September, eine Gruppe autistischer Kinder aus St. Pölten in Audienz empfangen. Die acht Kinder mit je einem Elternteil und insgesamt zwei Betreuern wurden begleitet von der nieder­österreichischen Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und dem St. Pöltner Bischof Alois Schwarz. Wie Mikl-Leitner der Nachrichtenagentur Kathpress sagte, kam die Idee zu der Reise von den Kindern selbst; die Gruppe habe sich monatelang auf diese Reise vorbereitet. Es war die erste Gruppe von Kindern und Jugendlichen, die der Papst seit Beginn der Pandemie empfing.

Das 1995 gegründete sozialpädiatrische Zentrum »Ambolatorium Sonnenschein« betreut derzeit rund 120 autistische Kinder im Alter zwischen sieben und 14 Jahren. Ihnen und ihren Familien biete es Therapien und Begleitung an mit dem Ziel, ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu führen. Der Heilige Vater grüßte die Gruppe mit folgenden Worten:

Liebe Kinder,

liebe Eltern,

Exzellenzen,

meine Damen und Herren!

Herzlich willkommen im Vatikan! Ich freue mich, eure Gesichter zu sehen, und ich lese es in euren Augen, dass auch ihr glücklich seid, ein wenig hier bei mir zu sein.

Euer Haus nennt sich »Sonnenschein«, ein schöner Name! Ich kann mir vorstellen, warum die Verantwortlichen diesen Namen gewählt haben. Denn euer Haus ist wie eine großartige blühende Wiese im Sonnenschein und die Blumen dieses Hauses »Sonnenschein« seid ihr! Gott hat die Welt mit einer großen Vielfalt von Blumen aller Farben geschaffen. Jede Blume hat ihre Schönheit, die einzigartig ist. Auch jeder von uns ist in Gottes Augen schön, und Gott hat uns gern. Deshalb fühlen wir das Bedürfnis, Gott Danke zu sagen. Danke für das Geschenk des Lebens, Danke für alle Geschöpfe! Danke für Mama und Papa! Danke für unsere Familien! Und Danke auch für die Freunde vom Zentrum »Sonnenschein«!

Dieses »Danke« sagen zu Gott ist ein schönes Gebet. Gott gefällt diese Art zu beten. Dann könnt ihr auch eine kleine Bitte hinzufügen. Zum Beispiel: Lieber Jesus, kannst du bitte Mama und Papa bei ihrer Arbeit helfen? Kannst du die Oma, die krank ist, ein bisserl trösten? Kannst du den Kindern in der Welt helfen, die nichts zu essen haben? Oder: Jesus, ich bitte dich, dass du dem Papst beistehst, die Kirche gut zu leiten. Wenn ihr mit Glauben bittet, wird der Herr euch gewiss erhören.

Zum Schluss möchte ich euren Eltern und euren Begleitern danken, der Frau Landeshauptfrau und allen Anwesenden. Danke für diese schöne Initiative und für den Einsatz zugunsten der Kleinen, die euch anvertraut sind. Alles, was ihr für eines dieser Kleinen getan habt, das habt ihr für Jesus getan!

Ich gedenke euer aller im Gebet. Jesus segne euch immer und die Mutter Gottes beschütze euch!

Nach diesen Worten auf Italienisch sagte der Heilige Vater auf Deutsch:

Und bitte vergesst nicht, für mich zu beten. Diese Arbeit ist nicht einfach. Betet für mich bitte. Danke schön!