· Vatikanstadt ·

Sorge um die Christen im Heiligen Land

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Heilige-Land-Kollekte 2020

18 September 2020

Der Vatikan hat sich tief besorgt zum Fortbestand der christlichen Präsenz im Heiligen Land geäußert. Im Interview der italienischen Nachrichtenagentur SIR (11. September) klagte der Präfekt der Kongregation für die Ostkirchen, Kardinal Leonardo Sandri, angesichts drastisch gestiegener Corona-Infektionszahlen in Israel über »immer größere Sparmaßnahmen«. Der Notstand in der Region dauere an; es gebe täglich Nachrichten über Ansteckungen, Todesfälle und Krankenhausaufenthalte. Hinzu komme »eine große wirtschaftliche und soziale Krise«.

Sandri äußerte sich mit Blick auf die am Sonntag, 13. September, durchgeführte Heilig-Land-Kollekte der katholischen Kirche. Sie findet in Deutschland und Österreich normalerweise in den Gottesdiensten am Palmsonntag, in anderen Ländern am Karfreitag statt; wegen der Pandemie war dies in diesem Jahr nicht in gewohnter Weise  möglich gewesen.

Die Kollekte, betonte Kardinal Sandri, sei die wichtigste Grundlage für den Fortbestand des christlichen Lebens an den Heiligen Stätten. Die Christen in dem Gebiet seien nicht nur wegen Corona bedroht, sondern nicht zuletzt durch »Kriege, Spannungen, Terrorismus und Verfolgung«. Es sei legitim zu fragen, »ob der christliche Glaube in dieser Region, in der Jesus selbst wandelte und wirkte, überleben wird«.

Sandri lud alle Gläubigen ein, die Spendensammlung für das Heilige Land zu nutzen, um sich auf eine Pilgerreise in Gedanken und Gebet zu begeben. Eine solche Geste sei ein wichtiges Zeichen der Solidarität.