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Ökologie und Gerechtigkeit

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Franziskus begegnet Vertretern von Nachhaltigkeits-Gruppen

18 September 2020

Der Papst hat Verantwortungsträger aus Politik und Wirtschaft zu mehr Einsatz für Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit aufgerufen. »Es gibt keine Ökologie ohne Gerechtigkeit, und es gibt keine Gerechtigkeit ohne Ökologie«, sagte Franziskus bei einem Treffen mit Vertretern von Nachhaltigkeits-Gruppen am Samstag, 12. September, im Vatikan. Zwar gelte diese Pflicht für jeden Menschen, jene mit mehr Einfluss seien aber stärker gefordert.

Notwendig ist nach Aussage des Papstes die tatsächliche Bereitschaft, die Ursachen des Klimawandels in Angriff zu nehmen. »Allgemeine Verpflichtungen reichen nicht aus, und man kann sich nicht nur auf die unmittelbare Zustimmung seiner Wähler oder Geldgeber verlassen«, mahnte Franziskus. »Wir müssen heute für ein Morgen aller arbeiten. Die Jungen und die Armen werden uns zur Rechenschaft ziehen«, warnte er.

Zu dem Treffen in der vatikanischen Audienzhalle unter Leitung des Bischofs von Rieti, Domenico Pompili, und des Slow-Food-Gründers Carlo Petrini waren rund 250 Mitglieder aus 60 sogenannten »Laudato-si’-Gemeinschaften« gekommen. Die nach der Umwelt- und Sozialenzyklika des Papstes benannten lokalen Gruppen verpflichten sich zu einem entsprechenden persönlichen Lebensstil und gesellschaftlichen Engagement. Die Gruppen sind nicht konfessionell oder religiös gebunden.

Zwei wesentliche Lebensweisen und Haltungen zu einer ökologisch-sozialen Bekehrung sind nach Aussage des Papstes »Kontemplation und Mitgefühl«. Kontemplation bedeute, »sich selbst Zeit zu schenken, um zu schweigen, zu beten« und ein Gleichgewicht zwischen Kopf, Herz und Hand, Gedanken, Gefühlen und Taten zurückzugewinnen. Aus einer solchen Lebensweise heraus erwachse demnach auch das Mitgefühl, ein Nachempfinden und Mitfühlen mit anderen Menschen. Wer Mitgefühl mit anderen habe, sagte der Papst, gehe über Ausreden und Theorien hinaus, um in anderen Brüder und Schwestern zu sehen, um die er sich kümmern soll.

Daher sei Mitgefühl »der beste Impfstoff gegen die Epidemie der Gleichgültigkeit. Deren Symptome lauteten: »Das geht mich nichts an«, »es liegt nicht an mir«, »ich habe nichts damit zu tun«. Wer aber Mitgefühl lebe, gehe von »Du bist mir egal« über zu »Du bist mir wichtig«.