· Vatikanstadt ·

Ein (virtueller) Spaziergang

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Neuer Online-Auftritt der Vatikanbibliothek

04 September 2020

»Wir sind die Bibliothekare des Papstes, weil es seine Bibliothek ist und weil sie seit vielen Jahrhunderten auf Wunsch der Päpste zugänglich ist. Folglich wollen wir unseren Besuchern ein modernes, funktionstüchtiges Instrument zur Verfügung stellen, das Gesuchtes unverzüglich bereitstellt oder sogar noch mehr anbieten kann«, erläutert Msgr. Cesare Pasini, Präfekt der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek, in einem Interview mit Fabio Colagrande von Radio Vaticana Italia.

Seit dem 16. Juli ist unter der Adresse www.vaticanlibrary.va die neue Website der Vatikanischen Bibliothek online. Sie zeichnet sich durch ein neues Layout und einen leichteren Zugriff auf Inhalte und Dienstleistungen aus. Die Verfahren zur Bestellung von Reproduktionen der Manuskripte und anderer in der Bibliothek aufbewahrter Materialien wurden vereinfacht und intuitiver gestaltet.

»Die Grafik entwickelt sich bei dieser Art der digitalen Kommunikation sehr schnell weiter, und deshalb war uns schon seit einiger Zeit klar, dass wir etwas Frischeres, Beweglicheres und Intuitiveres brauchten. Dann gab es neue Tools, die eingefügt werden mussten, und die erneuerte Website bietet diese neuen, sehr dynamischen Dienste. Zum Teil handelt es sich um eine statische Seite – es gibt Texte zu lesen und Bilder anzuschauen –, aber dann gibt es für Wissenschaftler und Forscher auf der Startseite direkte Möglichkeiten zur Erkundung der Kataloge und der digitalen Bibliothek.«

Gleichzeitig soll den Besuchern vor Ort ein guter Service angeboten werden. »Aber gerade in der jetzigen Zeit, wo die Mobilität der Menschen eingeschränkt ist und es schwieriger ist, direkt in die Bibliothek zu kommen, will die Webseite ein wichtiger Ort der Zusammenarbeit sein.« Sie ist in den Sprachen Englisch, Italienisch und Japanisch verfügbar.

Es reiche schon, das Internetportal anzuklicken, um das Gefühl zu haben, die Schwelle der Vatikanbibliothek zu überschreiten. »Auch wer auf diesem Weg die Bibliothek betritt«, so Pasini weiter, »möchte kennenlernen, sehen, konsultieren und sich Notizen machen. Folglich muss das die erste Dienstleistung sein. Das müssen die ersten schönen Dinge sein, die man anschauen kann, auf die man neugierig werden kann, zu denen man recherchiert. Man kann auf diese Weise bei den Medaillen, den Münzen, den Radierungen, den Stichen, den gedruckten Büchern, den Handschriften verweilen. So erfährt man, was man in der Bibliothek finden kann, oder findet vielleicht etwas, das man für eine spezifische Forschungsarbeit gesucht hat.«

Es gibt Neuerungen auch für den sogenannten »reservierten« Bereich, einen Bereich, der der Kommunikation im Zusammenhang mit spezifischen Anfragen dient. »Neu ist eine verbesserte Suchfunktion für die Titel unseres Publikationskataloges, also der Bücher, die wir als Bibliothek veröffentlichen: wissenschaftliche Veröffentlichungen, aber auch der Taschenkalender, den wir jedes Jahr drucken. Bei den aktuellen Nachrichten werden Termine bekanntgegeben, die newsletter veröffentlicht und von der Bibliothek herausgegebene Neuerscheinungen angekündigt: »Wird eine neue Veröffentlichung herausgebracht oder zum Kauf angeboten, wird sie hier vorgestellt und erläutert. Und schließlich sind da die Tweets unseres Twitter-Accounts @bibliovaticana, die unsere Termine und unsere Initiativen zeitnah ankündigen.«

Es ist geplant, dass die Bibliothek ab 16. September wieder öffentlich zugänglich sein soll. Nach der Sommerpause ist auch das Vatikanische Apostolische Archiv seit dem 31. August wieder für Wissenschaftler geöffnet.