· Vatikanstadt ·

Das Verhältnis von Glaube und Sakrament

cq5dam.thumbnail.cropped.500.281.jpeg

Neues Dokument der Internationalen Theologischen Kommission

10 Juli 2020

Die Internationale Theologische Kommission hat am 3. März 2020 ein neues Dokument veröffentlicht, das jetzt in deutscher Sprache vorliegt und den Titel »Die Reziprozität zwischen Glaube und Sakramenten in der sakramentalen Heilsordnung« trägt. Das Dokument soll das Verhältnis von Sakrament und Glaube klären und versteht sich als Beitrag zur theologischen Reflexion. Die Diskussionen zu diesem Thema, auf deren Grundlage das vorliegende Dokument verfasst wurde, haben sowohl in verschiedenen Sitzungen einer eingesetzten Unterkommission als auch in den Plenarsitzungen der Theologischen Kommission im Vatikan in den Jahren 2014 bis 2019 stattgefunden.

Klärungsbedarf sah die Kommission, da sich in vielen Teilen der Welt ein zunehmendes Auseinanderfallen von »Glaube« und »Sakrament« beobachten lasse. Auf der einen Seite stehe ein fast magisches oder veräußerlichtes Christentum (Sakramentalismus), auf der anderen Seite eine Reduktion nach dem Motto: »Was mir nicht einleuchtet, ist auch nicht wahr« (Subjektivismus): auf der einen Seite ein Christentum der bloßen Tradition und Gewohnheit, auf der anderen ein selbstkonstruiertes »Patchwork-Christentum« individueller Bedürfnisse.

»Immer häufiger wird die Kindertaufe auch da praktiziert, wo eine religiöse Erziehung nicht zu erwarten ist. Gleichzeitig werden noch ganze Jahrgänge von Jugendlichen gefirmt, die sich in keiner Weise an die Kirche binden wollen. Auch von praktizierenden Christen wird verdrängt, dass jeder Eucharistieempfang an Bedingungen geknüpft ist. Den Empfang des Altarssakramentes empfinden viele als Pflicht; dass es das Bußsakrament gibt, ist bei vielen Menschen in Vergessenheit geraten. Noch problematischer ist, dass getaufte Brautleute kirchlich heiraten, ohne die Bedeutung der eigenen Taufe zu kennen und an die Sakramentalität der eigenen Ehe zu glauben«, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Bischofskonferenz zur jetzigen Veröffentlichung des Dokuments in deutscher Sprache.

Vor diesem Hintergrund verfolge das neue Dokument der Internationalen Theologischen Kommission drei Ziele: Zum einen die theologische Klärung des Verhältnisses von Glaube und Sakrament, zum anderen eine möglichst differenzierte Analyse der hier genannten Wahrnehmungen und schließlich die Formulierung allgemeiner theologischer, katechetischer und pastoraler Konsequenzen.

Das Dokument ist als Broschüre in der Schriftenreihe »Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls« des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz erschienen und steht in der Rubrik Publikationen als pdf-Datei zum Herunterladen bereit. Es kann dort auch als Broschüre (Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 223) bestellt werden.