· Vatikanstadt ·

Der schönste Ausdruck des Glaubens und Vertrauens

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Grußworte von Papst Franziskus bei der Generalaudienz am 6. Mai

06 Mai 2020

In der Generalaudienz am Mittwoch, 6. Mai, die wieder in Life Stream aus der Bibliothek des Apostolischen Palastes übertragen wurde, begann Papst Franziskus eine neue Katechesenreihe über das Gebet. Ein Mitarbeiter der deutschsprachigen Abteilung des Staatssekretariats trug folgende Zusammenfassung vor:

Liebe Brüder und Schwestern, heute beginnen wir eine neue Reihe von Katechesen über das Gebet. Das Gebet ist der Atem des Glaubens und sein ureigener Ausdruck. Es ist wie ein Ruf, der aus dem Herzen dessen emporsteigt, der an Gott glaubt und sich ihm anvertraut. Wir sehen dies sehr schön an der Gestalt des blinden Bartimäus im Evangelium. Ganz auf sich allein gestellt, ruft er aus vollem Hals, als Jesus vorbeikommt. Er ist ein Bild des beharrlichen Beters, der sich nicht von den Einwänden anderer abhalten lässt. Das Rufen dieses Bettlers ist ein Bekenntnis seines Glaubens, es wird zur Bitte und rührt Jesu Herz. Der Herr sieht die Kraft seines Glaubens, der um das Geschenk des Heils fleht und Gottes Erbarmen auf sich zieht. Das Gebet kommt aus einem demütigen Herzen, das um die Unzulänglichkeit unseres Menschseins weiß, und entspringt unserer Sehnsucht nach Gott. »Die Demut ist die Grundlage des Betens«, sagt der Katechismus, denn »der Mensch ist vor Gott ein Bettler« (Nr. 2559). Im Herzen des Menschen gibt es eine Stimme, die nach dem Sinn unseres irdischen Lebensweges fragt und Gott anruft. Ja, der gesamten Schöpfung, die »bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt« (Röm 8,22), ist dieses Flehen eingeschrieben. Auch sie bittet, dass das Geheimnis des Erbarmens Gottes seine endgültige Erfüllung findet.

Der Heilige Vater grüßte die deutschsprachigen Zuschauer auf Italienisch. Anschließend wurde folgende deutsche Übersetzung der Grüße vorgelesen:

Von Herzen grüße ich die Brüder und Schwestern deutscher Sprache. Das Gebet ist der schönste Ausdruck des Glaubens an Gott und des Vertrauens in seine barmherzige Liebe. Bitten wir Gott, uns ein demütiges Herz zu schenken, dass alles von ihm erhofft und immer den Durst nach ihm verspürt. Der auferstandene Herr erfülle in dieser österlichen Zeit unsere Herzen mit seinem Frieden und seiner Freude.