· Vatikanstadt ·

Für alle, die an vorderster Front stehen, um die Dienstleistunge

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· Die Anrufung des Papstes bei der Messe am dritten Fastensonntag ·

16 März 2020

»An diesem Fastensonntag beten wir alle gemeinsam für die Kranken, für die Menschen, die leiden. Und heute möchte ich mit euch allen ein besonderes Gebet für die Menschen sprechen, die durch ihre Arbeit das Funktionieren der Gesellschaft gewährleisten: die Mitarbeiter der Apotheken, der Supermärkte, des Transportwesen, der Polizei. Wir beten für all jene, die arbeiten, damit das soziale Leben, das Leben der Stadt, in diesem Moment weitergehen kann«. Mit diesen Worten in freier Rede begann Papst Franziskus am Sonntag, 15. März, in der Kapelle des Hauses Santa Marta die Feier der Messe, die live übertragen wurde, um jene seine Nähespüren zu lassen, die an vorderster Front arbeiten, um wesentliche Dienstleistungen zu gewährleisten und der Ausbreitung der Pandemie entgegenzuwirken.

 

Und mit den Versen von Psalm 34 (15-16) als Eröffnungsvers verlieh der Papst seinem Eingangsgebet noch größere Eindringlichkeit: »Meine Augen schauen stets auf den Herrn; denn er befreit meine Füße aus dem Netz. Wende dich zu mir und sei mir gnädig; denn ich bin einsam und gebeugt«.

Für seine Betrachtungen in der Predigt, die sich mit dem Mut befasste, die Wahrheit zu sagen, ging Franziskus von der Begegnung Jesu mit der Samariterin aus, von der das Johannesevangelium in der Liturgie des dritten Fastensonntags berichtet (Joh 4, 5-15.19b-26.39a.40-42).

»Das Evangelium macht uns mit einem Dialog bekannt, einem historischen Dialog – es ist kein Gleichnis, das hat sich zugetragen – von einer Begegnung Jesu mit einer Frau, mit einer Sünderin«, erklärte der Papst. Er merkte außerdem an, dass »dies das erste Mal im Evangelium ist, dass Jesus sich zu seiner Identität bekennt: und er verkündet sie einer Sünderin, die den Mut hatte, ihm die Wahrheit zu sagen«. Sie räume Jesus gegenüber nämlich ein, dass sie zwar fünf Ehemänner gehabt habe, aber dass der, den sie in diesem Moment habe, nicht ihr Ehemann sei.

Die Frau, so der Papst, »ging dann mit eben diesem Argument hin, um Jesus zu verkünden: ›Kommt her, seht, da ist ein Mensch, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe: Ist er vielleicht der Christus?‹« Der Papst insistierte: sie »geht nicht mit theologischen Argumenten – wie sie es vielleicht im Dialog mit Jesus wollte: ›auf diesen Berg‹ oder auf jenen Berg –, sie geht mit ihrer Wahrheit«. Und gerade »ihre Wahrheit ist es«, hob Franziskus erneut hervor, »was sie heiligt, was sie rechtfertigt, es ist das, was der Herr nutzt, ihre Wahrheit, um das Evangelium zu verkünden: man kann kein Jünger Jesu sein ohne unsere eigene Wahrheit, ohne das, was wir sind«.

Kurzum, so der Papst: »Man kann nicht nur mit Argumentationen ein Jünger Jesu sein: ›auf diesem Berg‹, oder auf jenem anderen«. Diese Frau hingegen »hatte den Mut zum Dialog mit Jesus, denn diese beiden Völker führten keinen Dialog miteinander. Sie hatte den Mut, sich für den Vorschlag Jesu zu interessieren, für dieses Wasser, weil sie wusste, dass er durstig war«.

Und außerdem, so fügte der Papst hinzu, »hatte sie den Mut, ihre Schwächen, ihre Sünden zu bekennen. Ja, sie hatte den Mut, ihre eigene Geschichte als Garantie dafür zu benutzen, dass er ein Prophet war. ›Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe‹«.

Im Übrigen, fuhr Franziskus fort, »will der Herr immer einen Dialog voller Transparenz, ohne die Dinge zu verbergen, ohne Hintergedanken: Ich bin so und so spreche ich mit dem Herrn, so wie ich bin, mit meiner Wahrheit«. Mit dieser Haltung »finde ich aus meiner Wahrheit, durch die Kraft des Heiligen Geistes, die Wahrheit: dass der Herr der Retter ist, der gekommen ist, um mich zu retten und uns zu retten.«

»Dieser so transparente Dialog zwischen Jesus und der Frau endet mit dem Bekenntnis zur messianischen Realität Jesu und mit der Bekehrung jenes Volkes«: Jenes Bild der Felder, »von denen der Herr sah, dass sie schon weiß waren, das ihm kam, weil die Zeit der Ernte gekommen war«.

Der Papst beendete seine Betrachtungen mit einer Aufforderung zum Gebet: »Möge der Herr uns die Gnade geben, immer mit der Wahrheit zu beten, mich mit meiner Wahrheit an den Herrn zu wenden, nicht mit der Wahrheit der anderen, nicht mit Wahrheiten, die in Argumentationen destilliert sind.«

Gerade wie die sündige Frau, die Johannes in seinem Evangelium vorstelle und die vor Jesus die Wahrheit über sich selbst zugebe. Schließlich empfahl er wie üblich sein Gebet der Muttergottes, indem er vor dem Marienbild in der Kapelle Santa Marta verharrte.

Auch Kardinal-Erzpriester Angelo Comastri sprach während der Messe, die in der Petersbasilika vor dem Angelusgebet gefeiert wurde, von diesem Evangelium der Samariterin. Zu Beginn der Liturgie lud der Kardinal alle Gläubigen ein, mit Demut ihren Zustand der Gebrechlichkeit und Kleinheit angesichts der Bedrohung durch die Pandemie zu erkennen und ermahnte sie, sich an den »Fels«, der Gott ist, zu klammern und nach seinen Geboten zu leben.