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Zeit zu ernten

· ​Messe in Santa Marta ·

»Ich werde ein Ende haben. Ich werde nicht ewig bleiben. Wie möchte ich enden?« Das ist die Überlegung, die Papst Franziskus bei der Messe in Santa Marta am Dienstag, 27. November, anstellte, indem er eine richtiggehende Gewissenserforschung zu den guten Dingen und zu jenen Dingen vorschlug, die in unserem Leben zu berichtigen sind.

»In dieser letzten Woche des Kirchenjahres lässt uns die Kirche über das Ende nachdenken«, sagte der Papst sofort und erklärte: »über das Ende der Welt, über das Ende unseres Lebens: wir werden alle enden, wir werden ein Ende haben – wir sind nicht ewig – und die Welt wird auch enden«. Und »es ist eine Gnade, dass die Kirche uns anbietet, an diese Wahrheit zu denken, weil wir nicht gerne an das Ende denken«, so dass wir oft wiederholen: »Nein, aber wir gehen weiter, dann werden wir sehen, und morgen werden wir daran denken«. Der Papst unterstrich: »Wir schieben diesen Gedanken immer auf morgen auf«. Doch »die Kirche will, dass wir wenigstens einmal im Jahr – in dieser Woche – an das Ende denken«.

In Bezug auf den Abschnitt aus dem Evangelium nach Lukas (21, 5-11) wies Franziskus darauf hin, dass »Jesus im Evangelium ein wenig von einem kosmischen Ende spricht, von der Zerstörung der Welt und, da er sieht, dass der Tempel so schön ist, sagt er: ›Schaut, es werden Tage kommen, da kein Stein auf dem anderen bleibt‹«.

In der ersten Lesung, so der Papst in Bezug auf den Abschnitt aus dem Buch der Offenbarung des Johannes (14, 14-19), »ist die Rede vom Ende eines jeden von uns, vom Ende der Welt, aber mit dem Bild der Ernte: ›Schick deine Sichel aus und ernte! Denn die Zeit zu ernten ist gekommen‹«. Denn, so fuhr er fort, »ein jeder von uns hat seine eigene Zeit und wir müssen die Qualität unseres Weizens zeigen, die Qualität unseres Lebens«. Und »vielleicht sagen einige von euch: ›Pater, seien Sie nicht so düster, wir mögen diese Dinge nicht‹. Aber es ist die Wahrheit. Wenigstens eine Woche im Jahr reden wir darüber.«

»Es ist die Ernte, bei der jeder von uns dem Herrn begegnen wird«, erklärte der Papst. Es »wird eine Begegnung sein, und jeder von uns wird zum Herrn sagen: ›Das ist mein Leben. Das ist mein Weizen. Das ist meine Lebensqualität. Habe ich gefehlt?‹« In Wirklichkeit »sollten wir das alle sagen, denn wir alle machen Fehler«. Und dann, fuhr er fort, sollten wir zum Herrn sagen: »Ich habe Gutes getan«, denn »wir alle tun Gutes; und dem Herrn ein wenig den Weizen zeigen«.

Also, so Franziskus weiter: »Wenn der Herr heute als Schnitter mein Herz aufrufen würde, was würde ich sagen? ›Ah, ich habe es nicht gemerkt, ich war abgelenkt.‹ Wir kennen weder den Tag noch die Stunde. ›Aber Pater, reden Sie nicht so, ich bin jung‹ – ›Aber schau, wie viele junge Leute sterben, wie viele junge Leute werden gerufen.‹ Niemand hat sein Leben zugesichert. Aber wir alle, das ist sicher, nehmen ein Ende. Wann? Nur Gott weiß es«.

»Es wird uns diese Woche gut tun, an das Ende zu denken«, wiederholte der Papst, der dazu aufforderte, sich selbst zu fragen: »Wenn der Herr mich heute rufen würde, was würde ich tun? Was würde ich sagen? Welchen Weizen werde ich ihm zeigen?« In dieser Perspektive »hilft uns der Gedanke an das Ende, voranzugehen; es ist kein statischer Gedanke: es ist ein Gedanke, der weitergeht, weil er durch die Tugend, durch die Hoffnung vorangetragen wird«. Ja, »es wird ein Ende geben, aber dieses Ende wird eine Begegnung sein: eine Begegnung mit dem Herrn«. Es sei wahr, so der Papst, »es wird ein Rechenschaftsbericht von dem sein, was ich getan habe, doch es wird auch eine Begegnung der Barmherzigkeit, der Freude, des Glücks sein«.

»An das Ende denken, an das Ende der Schöpfung, an das Ende seines Lebens, ist Weisheit: die Weisen tun es«, erkannte Franziskus an. Und »so verfügen sie über jene Dimension der Weisheit, die verstehen lässt, wie das Leben wirklich ist«.

Der Papst riet zu einer richtiggehenden Gewissenserforschung und rief in Erinnerung, dass »uns die Kirche diese Woche einlädt, uns zu fragen: wie wird mein Ende sein? Wie möchte ich, dass der Herr mich vorfindet, wenn er mich ruft? Wie möchte ich im Augenblick der Ernte sein?« Also »eine Gewissenserforschung«, um mich zu fragen: »welche Dinge muss ich korrigieren, weil sie nicht in Ordnung sind? Welche Dinge sollte ich unterstützen und voranbringen, weil sie gut sind?« Und »jeder von uns hat viele gute Dinge«. Also: »Diese Woche ist dazu da, an diese Dinge zu denken, damit sie reifen und an den Tagen der Ernte mit der Qualität eines guten Weizens kommen können«.

»In diesem Gedenken gehen wir nicht allein«, versicherte Franziskus, denn »da ist der Heilige Geist, der uns hilft, darüber nachzudenken». Deshalb »bitten wir diese Woche den Heiligen Geist um die Weisheit der Zeit, um die Weisheit des Endes, um die Weisheit der Auferstehung, um die Weisheit der ewigen Begegnung mit Jesus«, damit »er uns diese Weisheit verstehen lasse, die in unserem Glauben liegt«. In dem Bewusstsein, dass »die Begegnung mit Jesus ein Tag der Freude sein wird«. Und so, beschloss der Papst seine Predigt, »beten wir, dass der Herr uns vorbereitet, und ein jeder von uns soll diese Woche beenden und dabei an das Ende denken: ›Ich werde ein Ende haben. Ich werde nicht ewig bleiben. Wie möchte ich enden?‹«

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21. August 2019

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