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Zeichen und Gebet

Ein Zeichen und ein Gebet auf dem »schönen Weg« zum Frieden: Mit diesen Worten fasste Papst Franziskus bei einer kurzen Begegnung mit den Journalisten auf dem Hinflug nach Sarajevo seine Reise zusammen. Sie führte ihn in eine Stadt, die aufgrund der frühen Präsenz und Vermischung von Ethnien, Kulturen, Religionen als das »Jerusalem Europas« bezeichnet worden ist. Eine Stadt, die in der Zeit des grausamen Krieges der ersten Hälfte der 1990er Jahre sehr gelitten hat.

Zeichen und Gebet: Entschieden zum Ausdruck gebracht vom Pontifex – wahrhaft im wörtlichen Sinn ein »Brückenbauer« – in der heiligen Messe im Stadion von Sarajevo, auf das die Sonne herunterbrannte. Ein sehr symbolischer Ort, wo bereits Johannes Paul II. zwei Jahre nach dem Ende des Krieges die Eucharistie gefeiert hat, wo Wettkämpfe und Konzerte stattfinden, der allerdings umgeben ist von Hunderten von christlichen und muslimischen Gräbern, Opfer des schrecklichen Krieges, der das Land verwüstet hat.

In der Begegnung im Präsidentenpalast bezeichnete der Papst sich als »Pilger des Friedens und des Dialogs« und hielt Europa und der Welt Bosnien und Herzegowina als Beispiel vor Augen. Eine Nation, die den Mut hatte, den Übergang von der Kultur des Krieges und der Konfrontation zu einer Kultur der Begegnung zu wagen. Letztere wird von Bergoglio ohne Unterlass hervorgehoben und sie prägt auch die Politik und Präsenz des Heiligen Stuhls auf internationaler Ebene.

Und im Einklang mit dieser Kultur der Begegnung standen die Worte von Papst Franziskus: wir müssen »zur Geltung bringen, was uns verbindet, und auf die Unterschiede blicken als eine Möglichkeit, […] zu wachsen«. Und hier im Herzen des Balkans muss der Dialog fortgesetzt werden, der zum Ende des Krieges und zum Aufbau des Friedens geführt hat. Mit internationaler Hilfe, vor allem der Europäischen Union, und mit der Zusammenarbeit zwischen Ethnien und Religionen, die möglich ist und Hoffnung weckt, unterstrich der Papst.

»Diese Hoffnung habe ich heute in jenen Kindern gesehen […] – Muslime, Orthodoxe, Juden, Katholiken«, und jetzt müssen wir auf sie zählen, fügte Bergoglio in freier Rede hinzu, als er auf dem Flughafen etwa einhundert Kinder und Jugendliche, Mädchen und Jungen, einzeln begrüßte, die ihn festlich empfingen. Man müsse sich der Barbarei widersetzen und »die Grundwerte des gemeinsamen Menschseins anerkennen«, fuhr der Papst fort, so dass nach dem Winter der Frühling erblüht, »und man sieht hier den Frühling blühen«.

Ganz auf das Thema des Friedens konzentriert war die Predigt in der heiligen Messe – mir vama (»der Friede sei mit euch«, nach den Worten aus dem Johannesevangelium) war das Motto der Reise. Und das in einem »Klima des Krieges«, das im Bereich der globalen Kommunikation zu spüren ist und Papst Franziskus (Papa Franjo) veranlasste, die Worte von Paul VI. vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen zu wiederholen (»Nie wieder Krieg!«) sowie das der alten Jesaja-Prophezeiung entnommene Motto von Pacelli: opus iustitiae pax.

Prophetische Worte von Pius XII., der keine »vorgetragene, theoretisch durchgespielte, geplante Gerechtigkeit« beschreibt, sondern praktizierte und gelebte Gerechtigkeit, merkte sein Nachfolger an. Er erläuterte dann die Seligpreisung, die sich im Evangelium an die »Friedensstifter« richtet: das heißt nicht an jene, die den Frieden vielleicht sogar heuchlerisch beschwören, sondern »die ihn herstellen«, in handwerklicher Tätigkeit. Und die Dinge ändern sich, weil wir uns ändern. Dank einer Gabe, die Gabe Gottes bleibt.

Giovanni Maria Vian

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8. Dezember 2019

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