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Zehntausend Beschreibungen von Märtyrern auf Kyûshû

· Alte Dokumente über japanische Christen aus der Vatikanbibliothek ·

Im »Sixtinischen Saal« der Apostolischen Vatikanischen Bibliothek taucht auf den zahlreichen Fresken, die an die Arbeiten erinnern, die Papst Sixtus V. vollbracht hat, auch ein langer Zug von Menschen auf: es handelt sich dabei um die Teilnehmer an der feierlichen Prozession, mit der dieser Papst am 1. Mai 1585 Besitz von der Lateranbasilika ergriff. 

Unter diesen Gestalten ist auch eine an ihren vier roten Schirmchen gut erkennbare japanische Delegation zu erkennen, die aus einigen der ersten Christen jenes fernen Landes bestand, wohin Franz Xaver 1549 im Zuge der Jesuitenmission das Evangelium gebracht hatte. Es handelte sich um vier Jugendliche, die die »Daimyô« (örtliche Feudalherren) repräsentierten, die sich zum Christentum bekehrt hatten. Ihre bloße Präsenz in Europa und in Rom war der Beweis für den fruchtbaren Ertrag der Missionen der Jesuiten und Franziskaner im Fernen Osten: Papst Gregor XIII. hatte sie am 23. März jenes Jahres empfangen, und Sixtus V., der am 10. April sein Nachfolger geworden war, hatte ihnen bei ihrer Verabschiedung das römische Bürgerrecht verliehen.

»Die Darstellung der japanischen Delegation im Sixtinischen Saal«, so schreibt der Präfekt der Bibliothek, Msgr. Cesare Pasini, »ist keineswegs das einzige Zeugnis, das im Vatikan an diese ersten Christen erinnert, die stolz darauf waren, nach Rom zum Papst gekommen zu sein, um ihren Glauben zu bekennen. Wir haben auch den Nachlass, der als ›Dokumente Marega‹ bekannt ist, nach dem Salesianer Don Mario Marega (1902-1978), der mehrere Jahrzehnte lang Missionar in Japan war und der jene Unterlagen in den Dreißiger- und Vierzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts zusammentrug, um sie dann nach Rom zu schicken und damit einen Teil der Dokumente vorwegzunehmen, die 1942 bzw. 1946 in zwei Bänden in Japan publiziert wurden. Es handelt sich dabei um ca. zehntausend Originaldokumente über die Christenverfolgung in Japan, die kurz nach dem Besuch dieser Delegation 1585 erfolgte. Es handelt sich um ›Regierungsdokumente‹, die ursprünglich im Archiv der Residenz der ›Daimyô‹ in Usuki aufbewahrt worden waren. Sie sind in hervorragendem Zustand, viele von ihnen sind nach wie vor in den Hüllen, in denen sie ursprünglich aufbewahrt wurden. Sie erinnern uns an die christlichen Märtyrer, gemeinsam mit denen, die der Folter nicht standhielten, und stellen in jedem Fall eine einzigartige Dokumentation für das Studium des Christentums in Japan dar: in der Tat sind den Erforschern dieses Spezialgebietes keine weiteren so umfangreichen Sammlungen bekannt.«

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18. Januar 2020

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