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Unterschiede in Einklang bringen

· Bei seiner Ankunft in Vilnius ruft der Papst Litauen auf, den Weg der Öffnung und des Verständnisses zu beschreiten, und in Peking wird eine vorläufige Vereinbarung zwischen China und dem Heiligen Stuhls hinsichtlich der Ernennung von Bischöfen unterzeichnet ·

Am Vormittag des 22. September wurde in Peking eine vorläufige Vereinbarung zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China über die Ernennung von Bischöfen unterzeichnet.

Der historische Schritt, Ergebnis eines »langen Prozesses wohlüberlegter Verhandlungen« zu »einer schrittweisen und gegenseitigen Annäherung« – wie in dem zeitgleich im Vatikan und in der chinesischen Hauptstadt verbreiteten Kommuniqué zu lesen ist –, findet zur selben Stunde statt, in der Papst Franziskus seine Reise in die baltischen Staaten beginnt. Aus Litauen, dem ersten Ziel der drei Etappen des Besuchs, der auch Lettland und Estland umfasst, erklang der bedeutsame Appell des Papstes, Spaltungen und Gegensätze der Vergangenheit zu überwinden, um mutig auf die Gegenwart zu blicken und den Weg der Zusammenarbeit und der Solidarität einzuschlagen. Bei der Begegnung mit den Vertretern der Regierung, der Zivilgesellschaft und des Diplomatischen Korps im Präsidentenpalast in Vilnius sagte er: »Ihr Litauer habt hier einen eigenen Ausdruck beizusteuern: ›den Unterschieden Raum geben‹. Durch Dialog, Offenheit und Verständnis können diese Differenzen zu einer Brücke der Einheit zwischen Ost- und Westeuropa werden.«

Die in Peking von Msgr. Antoine Camilleri, Untersekretär für die Beziehungen des Heiligen Stuhls zu den Staaten, und Wang Chao, stellvertretender Außenminister der Volksrepublik China, als Leiter der beiden Delegationen unterzeichnete Vereinbarung hat rein religiöse und pastorale Bedeutung, wie der Direktor des Presseamtes des Heiligen Stuhls, Greg Burke, in einer Erklärung unterstrich. Denn die Vereinbarung behandelt eine für das Leben der Kirche sehr wichtige Frage mit dem Ziel, Voraussetzungen für einen größeren Freiraum der katholischen Gemeinschaft zu schaffen und die Perspektiven der Zusammenarbeit mit den Behörden des Landes zu erweitern.

Auch deswegen entspricht die vorläufige Vereinbarung – bei der eine Zeit der Überprüfung mit »regelmäßigen Bewertungen hinsichtlich ihrer konkreten Umsetzung« vorgesehen ist – der Entscheidung des Papstes, die Bischöfe, die ohne päpstlichen Auftrag geweiht worden waren, wieder in die volle kirchliche Gemeinschaft aufzunehmen. Auf diese Weise sollen »durch die Verwirklichung der vollen Einheit zwischen allen chinesischen Katholiken die Wunden der Vergangenheit geheilt werden«. Zudem kommt die Vereinbarung der Entscheidung entgegen, in Kontinentalchina die neue Diözese Chengde zu errichten, »erfüllt vom Wunsch, die pastorale Sorge um die Herde des Herrn zu fördern und sich noch besser ihres geistlichen Wohls annehmen zu können«.

Besonders hervorgehoben werden die »Bedeutung« und das »Ziel« des Abkommens von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, der in einer Erklärung die Notwendigkeit betont, »die Missverständnisse der Vergangenheit zu überwinden«, um sich »der Sendung zu widmen, das Evangelium zu verkünden und zur ganzheitlichen Entwicklung des Menschen und der Gesellschaft beizutragen«. In dieser Hinsicht hat die provisorische Vereinbarung nach den Worten des Purpurträgers auch einen exemplarischen Wert »für die Stärkung eines internationalen Horizonts des Friedens« in einem Moment, in dem »auf weltweiter Ebene so viele Spannungen« festzustellen sind. In jedem Fall bleibt sie vor allem »ein Instrument« zur Förderung eines Prozesses der Zusammenarbeit, der Einheit und des Vertrauens«, in den alle miteinbezogen werden und der »den wahren Geist der Versöhnung« in dem asiatischen Land fördern möge, in dem, so der Kardinal, heute »zum ersten Mal seit vielen Jahrzehnten alle Bischöfe in voller Gemeinschaft mit dem Bischof von Rom stehen«.

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