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Wie Kinder, wenn sie ein Geschenk erhalten

· Messe in Santa Marta ·

Der wahre Friede ist eine Person: der Heilige Geist. Und »er ist ein Geschenk Gottes«, das man annehmen und behüten soll, gerade so, wie es »ein Kind tut, wenn es ein Geschenk erhält«. Allerdings ist Vorsicht geboten angesichts der verschiedenen »Arten von Frieden«, die die Welt anbietet, wenn sie die falschen Sicherheiten des Geldes, der Macht und der Eitelkeit präsentiert: dies seien nur scheinbare »Arten von Frieden«, die keine Sicherheit böten. Und eben um im wahren Frieden leben zu können, empfahl Papst Franziskus in der Messe, die er am Dienstag, 20. Mai, in der Kapelle des Hauses Santa Marta feierte, einige praktische Ratschläge.

Ausgangspunkt seiner Reflexion waren die Worte der Abschiedsrede Jesu an seine Jünger, wie sie im Johannesevangelium überliefert sind (14,27-31): »Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch«. Gerade der Friede »ist die Gabe, die er verschenkt, bevor er geht«, wobei er erläutere: »nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht«.

Folglich, so bekräftigte der Papst, »gibt uns der Herr den Frieden: es ist ein Geschenk, bevor er der Passion entgegengeht«. Aber, so habe Jesus gewarnt, »es ist klar, dass mein Friede nicht derselbe ist, den die Welt gibt«. Es handle sich in der Tat »um einen anderen Frieden«. Und in diesem Fall, so fragte sich der Bischof von Rom, wie ist »der Friede, den uns die Welt gibt?«

Auf diese Frage antwortete der Papst mit einem aufgegliederten Gedankengang, in dem er vor allem auf drei Aspekte verwies. Der Friede der Welt, so sagte er zunächst, »ist ein wenig oberflächlich«, es sei »ein Friede, der nicht bis auf den Grund der Seele dringt«. Er sei daher »ein Friede«, der eine »gewisse Gelassenheit und auch eine gewisse Freude« verschaffe, dies aber nur »bis zu einem gewissen Grad«.

Eine Art des Friedens, den die Welt anbiete, sei beispielsweise »der Frieden des Reichtums«, der dazu führe, dass man denke: »Aber ich bin in Frieden, weil ich alles in Ordnung gebracht habe, ich habe mein ganzes Leben vor mir, ich habe keinen Grund, mir Sorgen zu machen!« Diese Vorstellung von Friede sei das Ergebnis einer Überzeugung: »Mach dir keine Sorgen, du wirst keine Probleme haben, weil du sehr viel Geld hast!« Aber Jesus selbst erinnere uns daran, »kein Vertrauen in diesen Frieden zu setzen, denn er sagt uns äußerst realistisch: schaut, es gibt auch Diebe, nicht wahr! Und die Diebe können deine Schätze rauben!« Eben aus diesem Grund »ist das, was dir das Geld gibt, kein endgültiger Friede«.

Eine andere Art jenes Friedens, den die Welt schenke, so fuhr der Papst fort, »ist derjenige der Macht«. Und so komme man an den Punkt, wo man meine: »Ich habe Macht, ich bin sicher, ich kommandiere dieses, ich kommandiere jenes, ich werde respektiert: Ich bin in Frieden«. In dieser Lage befinde sich der König Herodes; aber »als die drei Weisen kamen und ihm gesagt haben, dass der König von Israel geboren war«, da sei noch im selben Augenblick »sein Friede verschwunden«. Als Bestätigung der Tatsache, dass »der Friede der Macht nicht funktioniert: Ein Staatsstreich raubt ihn dir auf der Stelle!«

Eine dritte Art des Friedens, »den die Welt schenkt«, sei jener der »Eitelkeit«, die dazu führe, dass man zu sich selber sage: »Ich bin ein Mensch, der sehr geschätzt wird, ich verfüge über viele innere Werte, ich bin ein Mensch, den alle Welt respektiert, und wenn ich auf Empfänge gehe, dann grüßen mich alle!« Aber auch das »ist nicht der endgültige Friede, denn«, so warnte Papst Franziskus, »heute bist du noch hochgeschätzt, und morgen wird man dich beschimpfen!« Der Papst lud dazu ein, darüber nachzudenken, »was Jesus selbst widerfahren ist: dieselben Menschen, die am Palmsonntag eines sagten«, indem sie ihn in Jerusalem willkommen geheißen hätten, »sagten am Freitag dann etwas ganz anderes«. Also »funktioniert auch der Friede der Eitelkeit nicht«, genau wie alle anderen »Arten von Frieden«, die die Welt zu bieten habe, denn sie seien »irdisch, oberflächlich und nicht sicher«.

Wolle man hingegen verstehen, was der authentische Friede sei, so müsse man auf die Worte Jesu zurückkommen: »Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch.« Wie also sehe der Friede aus, den Jesus gebe? »Er ist eine Person, er ist der Heilige Geist«, so erläuterte der Papst. »Direkt am Tag der Auferstehung« laute der Gruß, den Jesus im Abendmahlssaal an die Jünger richte: »Friede sei mit euch. Empfangt den Heiligen Geist«. Also sei der Friede Jesu »eine Person, ein großes Geschenk«. Denn »wenn der Heilige Geist in unserem Herzen wohnt, dann kann uns keiner den Frieden rauben. Niemand! Es ist ein endgültiger Friede!«

Was sei nun, angesichts dieser großen Gabe, »unsere Aufgabe«? Wir müssten »diesen Frieden bewahren«, so empfahl der Papst. Es handle sich in der Tat um »einen großen Frieden, einen Frieden, der nicht mir gehört: er gehört jemand anderem, der ihn mir schenkt, einer anderen Person, die in meinem Herzen ist, die mich mein ganzes Leben lang begleitet und die der Herr mir geschenkt hat«.

Und »wie erhält man diesen Frieden des Heiligen Geistes?« fragte sich der Papst weiter. Er gab darauf zwei Antworten: zunächst »erhält man ihn in der Taufe, denn der Heilige Geist kommt, und auch in der Firmung, weil der Heilige Geist kommt«. Und dann »erhält man ihn so, wie ein Kind ein Geschenk erhält«. »Jesus [selbst] hatte gesagt: Wenn ihr das Reich Gottes nicht wie ein Kind annehmt, dann werdet ihr nicht hineinkommen«. Gerade so, »ohne Bedingungen, mit geöffnetem Herzen, erhält man den Frieden Jesu: wie ein großes Geschenk«.

Und »das«, so betonte der Bischof von Rom, »ist der Friede des Heiligen Geistes«. Unsere Aufgabe bestehe darin, »ihn zu bewahren, ihn nicht einzusperren, ihn zu hören, ihn um Beistand zu bitten: er ist in uns.«

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21. Januar 2020

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