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Wie Harmonie entsteht

· Heilige Messe in Santa Marta ·

Um in Harmonie und gegenseitiger Unterstützung zu leben, muss die christliche Gemeinde aus dem Heiligen Geist neu geboren werden. Dabei gibt es zwei Zeichen, um zu sehen, ob sie auf dem richtigen Weg ist: das Desinteresse gegenüber dem Geld und der Mut, den auferstandenen Christus zu bezeugen. Das unterstrich Papst Franziskus in der heiligen Messe, die er am Dienstag Morgen, 5. April, wie gewohnt in der Kapelle des Gästehauses Santa Marta feierte.

Diesen Hinweis verband er mit der Mahnung, die wahre Harmonie nicht mit einer ausgehandelten oder heuchlerischen Ruhe zu verwechseln. »Jesus sagt zu Nikodemus, dass man von neuem geboren werden muss, und zwar aus dem Heiligen Geist. Der Heilige Geist ist es, der uns eine neue Identität verleiht, er verleiht uns neue Kraft, eine neue Weise zu handeln«, kommentierte Franziskus das Tagesevangelium nach Johannes (3,7-15). Und dies werde bereits in der ersten Lesung deutlich, »eine von drei oder vier kurzen Zusammenfassungen aus der Apostelgeschichte« (4,32-37), in denen berichtet werde, »wie die erste Gemeinde der aus dem Heiligen Geist ›Neu-Geborenen‹ lebt.«

Der Papst unterstrich, dass sie in Harmonie gelebt hätten, »und Harmonie kann nur der Heilige Geist schaffen«. Denn »wir können Übereinstimmungen erzielen, einen gewissen Frieden, aber die Harmonie ist eine innere Gnade, die nur der Heilige Geist bewirken kann«. Dass diese ersten Gemeinschaften in Harmonie gelebt hätten, sei an zwei Merkmalen erkennbar, die die Harmonie auszeichneten, erläuterte Franziskus.

Das erste Merkmal sei, »dass niemand Not litt, weil sie alles gemeinsam hatten«. Der wahre Sinn dessen werde im Abschnitt aus der Apostelgeschichte erklärt: »Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele. Keiner nannte etwas von dem, was er hatte, sein Eigentum, sondern sie hatten alles gemeinsam. Es gab auch keinen unter ihnen, der Not litt.« Im Übrigen sei die »wahre Harmonie des Heiligen Geistes sehr eng verbunden mit der Beziehung zum Geld: das Geld ist der Feind der Harmonie, das Geld ist egoistisch«. Daher sei »das Zeichen, das die Harmonie bezeugt, die Tatsache, dass alle das Ihre geben, damit niemand Not leidet«. Insbesondere erwähne der Text das Beispiel von »Josef, der von den Aposteln Barnabas, das heißt übersetzt Sohn des Trostes, genannt wurde, und ein Levit aus Zypern war. Er war Besitzer eines Ackers.« Josef habe seinen Acker verkauft, dann habe er »den Erlös den Aposteln gebracht und ihn zu ihren Füßen niedergelegt«. Kurz gesagt sei dies die wahre »Harmonie«, die demnach einen Bezug habe »zum Geist der Armut, der die erste Seligpreisung gilt«.

Ganz anders dagegen liege der Fall »bei jenem Ehepaar, Hananias und Saphira: Sie verkaufen das Grundstück, sie sagen, dass sie alles den Aposteln geben, aber heimlich behalten sie einen Teil des Erlöses für sich.« Auch dies werde in der Apostelgeschichte (5,1-11) erzählt. Aber »der Herr bestraft diese beiden mit dem Tod, weil Jesus ganz klar gesagt hat, dass man nicht Gott und dem Reichtum dienen kann: das sind zwei Herren, deren Dienst unvereinbar miteinander ist«.

Dennoch dürfe »die Harmonie, die nur der Heilige Geist bewirken kann, nicht mit einer gewissen Ruhe verwechselt werden«. So könne »in einer Gemeinschaft große Ruhe herrschen, es kann ihr gut gehen«, aber sie befinde sich dennoch nicht in Harmonie. »Einmal«, so der Papst, »habe ich gehört, wie ein Bischof etwas sehr Weises gesagt hat: ›In der Diözese ist es ruhig. Aber wenn du dieses oder jenes Problem berührst, dann bricht sofort ein Krieg aus.‹« Das allerdings sei dann eher eine »ausgehandelte Harmonie und nicht die Harmonie der Heiligen Geistes: es ist – sagen wir es so – eine heuchlerische Harmonie, wie bei Hananias und Saphira und dem, was sie getan haben«. Dagegen »verleiht uns die Harmonie des Heiligen Geistes jene Großherzigkeit, nichts als unser Eigentum zu besitzen, solange es einen Notleidenden gibt«.

Daneben gebe es noch eine weitere Haltung, die von der Harmonie des Heiligen Geistes bewirkt werde. Franziskus wiederholte die Worte aus der Apostelgeschichte: »Mit großer Kraft legten die Apostel Zeugnis ab von der Auferstehung Jesu, des Herrn, und reiche Gnade ruhte auf ihnen allen.« Das zweite Zeichen der wahren Harmonie sei demnach »der Mut«. »Wenn in der Kirche, in der Gemeinschaft Harmonie herrscht, dann ist auch Mut vorhanden: der Mut, den auferstandenen Herrn zu bekennen.«

Der Papst forderte die Gläubigen abschließend auf, »diesen Abschnitt aus der Apostelgeschichte wieder und wieder zu lesen: das vierte Kapitel, Vers 32 und folgende«. Der Grund sei schnell genannt: »Das ist es, worum Jesus beim Letzten Abendmahl den Vater bat: dass sie ›eins‹ sein sollen, dass Harmonie unter ihnen herrscht.« Daher tue es uns gut, »diesen Abschnitt heute zu lesen, das Gesagte zu betrachten und nachzudenken, wie jeder von uns seiner Familie, seinem Stadtviertel, seiner Stadt, den Arbeitskollegen, den Schulkameraden, allen, die uns nahe stehen, helfen könne, um diese Harmonie herzustellen, die im Namen Jesu, des auferstandenen Herrn, geschaffen wird und die eine Gnade des Heiligen Geistes ist«.

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9. Dezember 2019

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