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Wie ein Vater mit seinem Kind

· ​Messe in Santa Marta ·

»Einen Kaffee« mit dem Herrn trinken gehen und dann, mit »der Quittung der Vergebung«, voran »auf dem Weg der Umkehr«. In dem Bewusstsein, dass der Herr uns auf jede erdenkliche Weise dazu rufe, ihm zu begegnen, verwies Papst Franziskus bei der Messe am Dienstag, den 27. Februar, in Santa Marta auf das Bild des Vaters, der mit den »Jungenstreichen seines heranwachsenden Sohnes« zu tun habe, ihm aber »Vertrauen« schenke, damit das nicht noch einmal vorkomme.

»Der Herr wird es nicht müde, uns zur Umkehr aufzurufen, dazu, unser Leben zu ändern«, rief der Papst sofort in Erinnerung. Und »wir alle müssen unser Leben ändern: wir alle haben es immer nötig, einen weiteren Schritt auf dem Weg der Begegnung mit Jesus zu tun«. Die Fastenzeit »hilft uns dazu, zur Umkehr, unser Leben zu ändern«. Doch »das ist eine Gnade, um die wir den Herrn bitten, denn, wie wir im Tagesgebet gebetet haben, die Kirche kann uns nicht ohne den Herrn stützen: er ist es, der uns die Gnade schenkt«.

»Der Herr«, so der Papst, »tadelt uns viele Male, auf verschiedene Weisen, er warnt uns, er erschreckt uns, er lässt uns die Sünde sehen als etwas, das sehr hässlich ist«. Doch »der Herr ändert die Art und Weise, wie er uns die Bosheit der Sünde sehen lässt, und verhilft uns so zur Umkehr«.

Gerade in der Liturgie vom Tag, so erklärte der Papst unter Verweis auf den Abschnitt aus dem Buch des Propheten Jesaja (1,10.16-20), »haben wir in der ersten Lesung einen Aufruf zur Umkehr gehört, doch es ist dies ein Aufruf in einem besonderen Stil: der Herr droht nicht«, sondern »er ruft sanftmütig und schenkt Vertrauen«.

»Nachdem er gesagt hat, was man tun soll und was nicht«, rief Franziskus in Erinnerung, «spricht der Herr: ›Komm her; kommt und lasst uns reden. Reden wir ein wenig‹«. Der Herr also »erschreckt uns nicht. Er ist wie ein Papa mit seinem heranwachsenden Kind, das was angestellt hat und das er tadeln muss, und er weiß, dass – wenn er da mit dem Stock daherkommt – die Sache nicht gut gehen wird, er muss mit Vertrauen eintreten«.

Also, so fuhr der Papst fort: » ruft uns der Herr in diesem Abschnitt auf diese Weise: ›Kommt her, trinken wir einen Kaffee zusammen, reden wir, diskutieren wir, habt keine Angst, ich will euch nicht schlagen‹«. Und »da er weiß, dass das Kind denkt: ›Aber ich hab da was angestellt…‹, sagt er sofort: ›Sind eure Sünden wie Scharlach, weiß wie Schnee werden sie. Sind sie rot wie Purpur, wie Wolle werden‹«. Also: »der Herr schenkt Vertrauen, wie der Papa dem heranwachsenden Sohn Vertrauen schenkt«.

Franziskus machte darauf aufmerksam, dass »der Herr uns viele Male auf diese Weise ruft«. Und er bezog sich auf die Episode aus dem Evangelium, wo Jesus praktisch erkläre: »Hei du, Zachäus! Steig runter, komm mit mir, essen wir gemeinsam zu Mittag!« Und bei dieser Gelegenheit, so der Papst, »ruft Zachäus all seine Kumpane zusammen – die nicht gerade zur Katholischen Aktion gehörten –, doch er ruft sie alle und sie hören auf den Herrn«. Gerade »durch diese Geste des Vertrauens lässt sie der Herr der Vergebung näher kommen und ändert ihr Herz«.

Auf dieselbe Weise sei Jesus auch mit Matthäus verfahren, als er zu ihm gesagt habe: »Ich muss zu dir nachhause kommen«. So könne man sehen, dass »der Herr immer den Weg sucht«; dagegen »mahnt er andere Male: ›nein, ihr Verfluchten, ihr, die ihr das und das und das nicht getan habt…‹«. Es sei dies eine »eindringliche« Warnung, so erklärte der Papst, »doch auch in unserem Leben nimmt der Herr diese Haltung eines Papas mit seinem heranwachsenden Kind an, der versucht, es kraft der Überzeugung sehen zu lassen, dass es einen Schritt nach vorn tun muss: einen Schritt voran auf dem Weg der Umkehr«.

»Wir wollen dem Herrn für seine Güte danken«, unterstrich Franziskus erneut und erklärte: »er will uns nicht prügeln und verdammen: er hat sein Leben für uns hingegeben, und das ist seine Güte, und immer sucht er nach einem Weg, um zum Herzen vorzudringen«. Deshalb: »wenn wir Priester in Stellvertretung des Herrn die Umkehr spüren sollen, müssen auch wir diese Haltung der Güte einnehmen, wie der Herr sagt: ›Kommt her, diskutieren wir, da ist kein Problem, die Vergebung ist da‹«. Und »keine Drohung, von Anfang an«.

In diesem Zusammenhang gestand der Papst, dass es ihn »gerührt hat, als ein Kardinal, der viele Male die Woche über Beichte hört, am Nachmittag, hier in Santo Spirito in Sassia – zwei Stunden hört er Beichte, jeden Tag – mir erzählte, wie seine Einstellung sei: ›Wenn ich einen Menschen sehe, der sich schwer tut, etwas zu sagen, bei dem man sieht, dass es sich um etwas sehr Schweres handelt, und ich sofort verstehe, worum es geht, sage ich: ich habe verstanden, ich habe verstanden, ist in Ordnung, noch was?‹« Und diese Haltung, so Franziskus, »öffnet das Herz und der andere Mensch fühlt sich in Frieden und geht weiter und setzt den Dialog fort«.

Doch das sei es auch, »was der Herr mir uns tut: ›Kommt, diskutieren wir, reden wir; nimm die Quittung der Vergebung, die Vergebung ist da; jetzt reden wir ein wenig, damit du nachher nicht wieder etwas Dummes anstellst‹«.

»Mir hilft es, diese Haltung des Herrn zu sehen: der Papa mit dem Kind, das sich für groß hält, das sich erwachsen fühlt und dabei noch auf halber Strecke ist«, fügte der Papst hinzu. Und »der Herr weiß, dass wir alle auf halber Strecke sind, und viele Male brauchen wir es, dieses Wort zu hören: ›Nun komm her, erschrick nicht, komm, die Vergebung ist da‹«. Das, so der Papst abschließend, »ermutigt uns: offenen Herzens zum Herrn zu gehen, er ist der Vater, der uns erwartet«.

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22. September 2018

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