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Wie der Teufel besiegt wurde

· Messe in Santa Marta ·

»Heute wird es schön sein, wenn wir uns zuhause, in aller Ruhe, fünf, zehn, fünfzehn Minuten Zeit nehmen vor dem Kreuz, oder vor dem, was wir zuhause haben, oder vor dem Kreuz des Rosenkranzes«, um »auf es zu blicken« und daran zu denken, dass »es unser Zeichen der Niederlage ist, das die Verfolgungen provoziert, die uns zerstören«, aber »auch unser Zeichen des Sieges, weil Gott dort gesiegt hat«. So lautete der konkrete geistliche Vorschlag von Papst Franziskus während der Messe in Santa Marta am Freitag, den 14. September, Fest der Kreuzerhöhung. Und erneut warnte er davor, sich dem Großen Ankläger zu nähern, der wie »ein wütender Hund« bereit ist, zu beißen.

»Heute lädt uns die Kirche ein, das Kreuz des Herrn zu betrachten, das heilige Kreuz, welches das Zeichen des Christen ist«, rief der Papst sofort in Erinnerung. Das Kreuz »ist jenes Zeichen, von dem wir als Kinder vielleicht als erstes gelernt haben, es uns auf die Brust und die Schultern zu machen, das heilige Kreuz Gottes«. Und »das Kreuz zu betrachten bedeutet für uns Christen, ein Zeichen der Niederlage und ein Zeichen des Siegs zu betrachten, beides«.

»Die Verkündigung Jesu, die Wunder Jesu, alles, was Jesus im Leben getan hatte, endete in einem ›Scheitern‹, dort endete es, am Kreuz«, erklärte der Papst. »Alle Hoffnungen, die die Jünger in ihn gesetzt hatten«, fügte er hinzu, »waren vergangen: wir hofften, dass das der Messias ist, doch er wurde gekreuzigt«. Und »das Kreuz ist jenes Schafott, jenes grausame Folterwerkzeug. Dort endete alle Hoffnung der Leute, die Jesus nachfolgten. Eine wahre Niederlage«.

»Wir haben keine Angst davor, das Kreuz als einen Moment der Niederlage, des Scheiterns zu betrachten«, fuhr Franziskus fort und bezog sich dabei auf die zweite Lesung aus dem Brief des hl. Paulus an die Philipper (2,6-11). »Wenn Paulus über das Geheimnis Jesu Christi nachdenkt«, erklärte er, »sagt er uns starke Dinge, er sagt uns, dass Jesus sich entleerte, dass er sich entäußerte, dass er all unsere Sünde annahm, die ganze Sünde der Welt: er war ein ›Elend‹, ein Verurteilter«. Also, so der Papst: »Paulus fürchtete es nicht, diese Niederlage sehen zu lassen, und auch das kann ein wenig unsere hässlichen Momente erhellen, unsere Momente der Niederlage«.

Doch das Kreuz sei auch »ein Zeichen des Sieges für uns Christen«. Dies gehe so weit, dass »es in der Tradition jene Erscheinung gab: ›in diesem Zeichen wirst du siegen«, Zeichen des Sieges für uns«. Und »die heutige Lesung«, erklärte Franziskus und zitierte den Abschnitt aus dem Buch Numeri (21,4-9), die auch im Abschnitt aus dem Evangelium nach Johannes (3,13-17) widerklinge, »spricht von dem Moment, da das Volk aufgrund seiner Auflehnung von den Schlangen bestraft wurde; es ist die Rede von den Schlangen als Werkzeuge des Todes«. Und »dahinter steht das Gedächtnis Israels, die alte Schlange, jene Schlange des irdischen Paradieses. Satan, der Große Ankläger. Dies war prophetisch, weil der Herr zu Mose sagte, er solle eine Schlange erhöhen, erhöhen. Doch jene, die dir den Tod einbrachte, jene, die Sünde war, alles wird erhöht werden und das wird die Gesundheit schenken. Das ist eine Prophetie«.

»Jesus, der zur Sünde geworden ist, hat den Urheber der Sünde besiegt, er hat die Schlange besiegt«, unterstrich der Papst erneut. Satan nämlich »war glücklich am Karfreitag; er war so glücklich, dass er die große Falle der Geschichte nicht bemerkte, in die er gehen sollte. Er sah Jesus in seiner großen Niederlage, elendiglich zerrissen, und wie ein hungriger Fisch, der zum Köder am Angelhaken schwimmt, ging er hin und verschlang Jesus. Das sagen die Kirchenväter«.

»Sein Sieg«, so der Papst weiter«, »machte ihn blind, er verschlang dieses ›Elend«, diesen zerstörten Jesus. Er war glücklich, doch in jenem Moment verschlang er auch die Gottheit, denn diese war zusammen mit dem Fisch der Köder, der am Haken hing. In jenem Moment ist Satan für immer zerstört. Er hat keine Kraft. Das Kreuz wurde in diesem Moment zum Zeichen des Sieges «.

»Unser Sieg«, fügte Franziskus hinzu, »ist das Kreuz Christi, die Niederlage dessen, der auf sich all unsere Sünden genommen hatte, er war fast zerstört, all unsere Schuld; und der Sieg über unsern Feind, über die große alte Schlange, über den Großen Ankläger«. Daher »ist das Kreuz Zeichen des Sieges für uns, im Kreuz sind wir gerettet worden, durch jenen Weg, den Jesus bis hin zum tiefsten Punkt, bis hin zum tiefsten Punkt gehen wollte, doch mit der Kraft der Gottheit«.

Diesbezüglich erinnerte der Papst an die Worte Jesu: »›Wenn ich erhöht sein werde, werde ich alle an mich ziehen‹. Jesus erhöht und Satan zerstört. Das Kreuz Jesu muss für uns die Anziehung sein: auf es blicken, weil es die Kraft gibt, um weiterzugehen«. Und »die alte zerstörte Schlange bellt noch immer, sie bedroht noch immer, doch, wie dies die Kirchenväter sagten, ist sie ein angeketteter Hund: wenn du dich ihm nicht näherst, dann wird er dich nicht beißen; wenn du aber hingehst, um ihn zu streicheln, weil dich seine Ausstrahlung dazu bringt, ihn zu sehen, als sei er ein kleines Hündchen, dann sei bereit, er wird dich zerstören«. Und »so, mit diesem Sieg am Kreuz, mit dem auferstandenen Christus, der uns den Heiligen Geist sendet, lässt er uns vorangehen, voran, immer; und mit jenem dort angekettete Hund, dem ich mich nicht nähern darf, da er mich sonst beißen wird, geht unser Leben weiter«.

»Das lehrt uns das Kreuz, dass es im Leben Scheitern und Sieg gibt«, unterstrich der Papst abschließend. »Wir müssen in der Lage sein«, so die Mahnung, »die Niederlagen zu ertragen, sie geduldig anzunehmen, die Niederlagen, auch unserer Sünden, denn er hat für uns bezahlt. Sie in ihm ertragen, in ihm um Vergebung bitten, auf diese Weise sich nie vom diesem angeketteten Hund verführen lassen«.

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16. Dezember 2019

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