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Wer ist unser Fürsprecher

· Messe in Santa Marta ·

»Jesus rettet und Jesus ist der Fürsprecher: das sind die beiden Schlüsselwörter«, um »das Wesentliche« zu verstehen, also das, was »das Wichtigste« in unserem Leben ist. So lautet die Glaubenswahrheit, die Papst Franziskus im Lauf der Frühmesse von Donnerstag, 22. Januar, in der Kapelle des Hauses Santa Marta bestätigte.

An dem Gottesdienst nahmen Repräsentanten der in Rom lebenden slowakischen Gemeinde teil. Als er sie zu Beginn der Messe begrüßte, legte der Papst Wert darauf, »dieser mutigen slowakischen Kirche« seine Nähe auszudrücken, »die in diesem Augenblick, zu dieser Zeit darum kämpft, die Familie zu verteidigen. Weiter so, nur Mut!«

Bei seinen Reflexionen über den Auftrag Jesu ging der Papst vom Tagesevangelium (Mk 3,1-12) aus, wo, wie er bemerkte, »dreimal das Wort ›Menge‹ fällt.« Dieser Abschnitt aus der Bibel berichte uns in der Tat, dass »das Gottesvolk in Jesus eine Hoffnung sieht, weil seine Art zu handeln, zu lehren das Herz anspricht, bis zum Herzen vordringt, weil er über die Macht von Gottes Wort verfügt.« Und »das Volk spürt das, und es sieht, dass in Jesus die Verheißungen vollendet werden, dass Jesus eine Hoffnung darstellt.«

Überdies, so fügte Franziskus hinzu, »war dieses Volk der Art und Weise überdrüssig, wie die Schriftgelehrten jener Zeit den Glauben lehrten, die ihnen unzählige Gebote, unendlich viele Vorschriften aufbürdeten, es aber nicht verstanden, die Herzen der Menschen anzusprechen.« Daher »spürt es in seinem Inneren, als es Jesus sieht und hört, die Angebote Jesu, die Seligpreisungen, es spürt, dass etwas in seinem Inneren sich rührt – es ist der Heilige Geist, der das bewirkt! –, und es strömt zu Jesus hin.«

Aber Franziskus zufolge will der Evangelist Markus »erläutern, warum so viele Menschen zu Jesus kommen.« Das Evangelium berichte uns, dass »er mit Autorität spricht, nicht so, wie die Schreiber, die Pharisäer, die Schriftgelehrten sprechen.« Sodann »heilt Jesus die Menschen«, die letztendlich »ein wenig hingehen, um ihren eigenen Vorteil zu suchen.« Im Übrigen, so gab er zu, »ist es uns unmöglich, Gott von Anfang an mit absolut uneigennützigen Absichten nachzufolgen, es ist immer ein wenig für uns, und ein wenig für Gott, und der Weg besteht darin, diese Absicht zu läutern.« So »geht das Volk hin, sucht nach Gott, aber es sucht auch nach Gesundheit, nach Heilung.« Und aus diesem Grunde »drängten sie zu ihm, um ihn zu berühren, damit diese Kraft ausginge und sie heile.«

»So ist Jesus«, so erläuterte Franziskus, »und das ist ein Augenblick von Jesu Leben, der sich ständig wiederholt.« Aber »dahinter steckt etwas noch Wichtigeres.« In der Tat sei das, was wirklich »am wichtigsten ist, nicht etwa, dass Jesus heilt«, was im Übrigen auch »ein Zeichen für eine andere Art der Heilung« sei. Oder dass »Jesus Worte ausspricht, die zu Herzen gehen«, auch wenn »das dabei hilft, Gottes Weg zu gehen.«

Um wohl zu verstehen, »was der wichtigste Aspekt der Aufgabe Jesu ist«, griff Franziskus wieder auf den Inhalt der ersten Lesung zum Tage zurück (Hebr 7,25-8,6), wo, wie er bekräftigte, »zwei grundlegende Worte stehen«: »Darum kann Christus auch die, die durch ihn vor Gott hintreten, für immer retten; denn er lebt allezeit, um für sie einzutreten.« Also »Jesus rettet und Jesus ist der Fürsprecher. Das sind die beiden Schlüsselwörter.«

Ja, so wiederholte der Papst, »Jesus rettet!« Und »diese Heilungen, diese Worte, die bis ins Herz dringen, sind zugleich das Zeichen und der Anfang einer Errettung.« Sie seien »der Weg zur Errettung vieler Menschen, die anfangen, hinzugehen, um Jesus zu hören oder um Heilung zu erbitten, und die dann zu ihm zurückkehren und das Heil verspüren.« Daraus folge, so bekräftigte Franziskus, dass das Wichtigste keineswegs sei, dass Jesus heile und lehre, sondern dass er errette. Denn »er ist der Erretter und wir sind durch ihn gerettet.« Und das »ist das Wichtigste« und »das ist die Kraft unseres Glaubens.«

Das zweite Schlüsselwort laute »für jemanden eintreten«. In der Tat, so erinnerte der Papst, »ist Jesus zum Vater gegangen, und dort tritt er alle Tage, jeden einzelnen Augenblick für uns ein.« Und »das ist etwas ganz Aktuelles: Jesus vor dem Vater, der sein Leben darbringt, die Erlösung, indem er dem Vater seine Wundmale zeigt, den Preis der Errettung.« Und so »tritt Jesus alle Tage für uns ein.« Wenn wir also »aus dem einen oder anderen Grund etwas niedergeschlagen« seien, »dann sollen wir uns daran erinnern, dass er es ist, der für uns betet, der unablässig für uns eintritt.« Allerdings, so merkte er an, »vergessen wir das sehr oft.« Aber es sei keineswegs so, dass Jesus »in den Himmel aufgefahren ist, uns den Heiligen Geist gesandt hat, und Ende der Geschichte! Nein! In Wirklichkeit tritt Jesus in jedem einzelnen Augenblick für uns ein.«

Aus dieser Perspektive regte Franziskus an, mit diesen einfachen Worten zu beten: »›Herr Jesus, erbarme dich meiner‹. Tritt für mich ein!« Es sei wichtig, so drängte er, »sich an den Herrn zu wenden, um diese Fürsprache zu erbitten.« Der »entscheidende Punkt« sei das, was der Autor des Hebräerbriefes schreibe, der uns daran erinnere, dass »wir einen so großen Hohenpriester haben, der sich zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel gesetzt hat«. Gerade »das ist der entscheidende Punkt: dass wir dort einen Fürsprecher haben.« Er fügte hinzu, dass »es uns gut tun wird, uns hieran zu erinnern.«

Letztendlich, so fuhr der Papst fort, »strömt die Menge mit jenem Gespür für die Hoffnung des Volks Gottes, das den Messias erwartete, zu Jesus hin, und versucht, bei ihm die Gesundheit, die Wahrheit, das Heil zu finden, weil er der Heiland ist, und auch heute noch, gerade in diesem Augenblick, als Retter für uns eintritt.«

Franziskus schloss, indem er dem Wunsch Ausdruck verlieh, »dass unser christliches Leben zunehmend davon überzeugt sein möge, dass wir gerettet worden sind, dass wir einen Retter haben, Jesus, der zur Rechten des Vaters sitzt, der für uns eintritt. Der Herr, der Heilige Geist, möge uns diese Dinge verstehen lassen.«

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25. Januar 2020

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