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Vincents unbeabsichtigtes Selbstportrait

· Die Briefe van Goghs an seinen Bruder Theo und an die Freunde ·

Sandro Barbagallo stellt eine wichtige Anthologie aus ungefähr zweihundert Briefen vor, die Vincent van Gogh an seinen Bruder Theo und an verschiedene Freunde verfasst hatte, so etwa Gauguin, Bernard und Dr. Gachet (Lettere, Turin, Einaudi, 2013, S. xlv + 768,€ EUR 85). 

Die Briefe sind in drei Sprachen abgefasst: holländisch, französisch und englisch, die Mehrheit in den beiden letzteren. Die Herausgeberin der kostbaren Briefsammlung ist Cynthia Saltzmann, der auch die Umsicht zu verdanken ist, im Rahmen des Möglichen den Zauber der Handschrift des großen Künstlers bewahrt zu haben.

Es ist Gemeinwissen, dass van Gogh zu Lebzeiten in völliger Abgeschiedenheit arbeitete, dass er ständig gegen psychotische oder vielleicht epileptische Krisen ankämpfte, dass er sich nie verheiratete und dass er nur ein einziges Bild verkaufen konnte, an eine unbekannte Malerin aus der Pariser Bohème. Die Wenigsten sind hingegen mit den Gründen für den plötzlichen Ruhm nach seinem Tod wie auch dem des Bruders Theo vertraut. Er ist seiner Schwägerin Johanna zu verdanken, die eine ungeheure Zahl von Briefen geerbt hatte, die sich die beiden Brüder geschrieben hatten. Johanna ist gebildet und intelligent genug, um zu erkennen, wie aus diesen Briefen die Idee zu einem Bild entstehen konnte. Sie weiß auch Vincents Überlegungen zur Kunst und Malerei zu würdigen, die im gesamten Briefkorpus verstreut sind. Sie entdeckt, dass mit diesen Briefen ganz spontan ein Archiv entstanden ist, da sie eine Goldgrube von Entwürfen zu Bildern enthalten, die Vincent dann verwirklicht hat.

Druckausgabe

 

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18. September 2019

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