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Vier Personen suchen einen Autor

· ​Messe in Santa Marta ·

Vier Personen suchen den Autor des Lebens. Das Martyrium des Johannes, mit dem harten und düsteren Bild der Jünger, die alleine hingehen und seinen Leib aus der Zelle holen, um ihn zu begraben, regte den Papst bei der Messe, die am 8. Februar in Santa Marta gefeiert wurde, zu einem Aufruf an, es zu verstehen, sein Leben den anderen zu schenken. Und nicht in jene Korruption, zwischen Hass und Eitelkeit, zu geraten, in die Satan den König Herodes, Herodias und ihre Tochter hatte fallen lassen.

»Als die Jünger des Johannes das hörten, kamen sie, holten seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab«. Mit diesen Worten aus dem Abschnitt des Markusevangeliums (6,14-29), so der Papst zu Beginn seiner Predigt, »endete die Geschichte dieses Mannes, dem Jesus den Titel ›der größte von einer Frau geborene Mensch‹ gegeben hatte«. Also, »der Größte endete so«.

»Doch Johannes«, so betonte der Papst, »wusste das, er wusste, dass er zunichte werden musste, er wusste nicht, wie er sterben würde, aber er wusste, dass er zunichte werden musste«. Und »von Anfang an hatte er es gesagt, wenn er von Jesus sprach: ›Er muss wachsen, ich dagegen geringer werden‹«. Tatsächlich, so erklärte er, sei Johannes »bis zum Tod geringer geworden. Er war der Vorläufer des Kommens Jesu, der Ankündiger: er zeigte ihn den Jüngern, den ersten Jüngern«. Und »sein Licht erlosch nach und nach, bis zur Dunkelheit jener Zelle im Gefängnis, allein, wo er enthauptet wurde«.

»Das ist die Geschichte des ›größten Mannes, der von einer Frau geboren wurde‹«, so der Papst erneut, der betonte, dass »das Leben der Märtyrer nicht einfach zu erzählen ist: das Martyrium ist ein Dienst, es ist ein Geheimnis, es ist ein besonderes und sehr großes Geschenk des Lebens«. Und »schließlich entwickeln sich die Dinge gewaltsam, weil menschliche Haltungen dazu führen, dass einem Christen, einem ehrlichen Menschen das Leben genommen und er zum Märtyrer gemacht wird«.

Franziskus verwies insbesondere auf »einige Haltungen in diesem Abschnitt aus dem Evangelium«, das die Liturgie unterbreite. Und »die erste ist die Haltung des Königs: man sagt, er glaubte, dass Johannes ein Prophet sei. Er glaubte, er hörte willentlich zu; an einem gewissen Punkt beschützte er ihn, aber er hatte ihn ins Gefängnis gesteckt: halb und halb«. Er »war unentschlossen, weil Johannes den König für die Sünde des Ehebruchs zurechtwies und er sehr perplex war, wenn er es hörte: er spürte die Stimme Gottes, die ihm sagte ›ändere dein Leben‹, doch er vermochte es nicht«. Kurz gesagt, bekräftigte der Papst: »Der König war korrupt, und wo Korruption herrscht, ist es sehr schwierig, herauszukommen«. Gerade weil er »korrupt« gewesen sei, »versuchte der König, ein diplomatisches Gleichgewicht herzustellen zwischen seinem nicht nur ehebrecherischen, sondern auch von so vielen Ungerechtigkeiten gezeichnetem Leben und der Heiligkeit des Propheten, den er vor sich hatte«. Und »das war es, was ihn perplex machte, und er kam nie dazu, diesen Knoten zu lösen«. Also: »Der erste Protagonist dieses Endes ist ein Korrupter«.

»Der zweite Protagonist ist die Frau des Bruders des Königs, Herodias«, fuhr der Papst fort. Nur von ihr »sagt das Evangelium, dass sie Johannes ›hasste‹«, und sie »hasste ihn, weil Johannes klar sprach«. Franziskus wies besonders auf das Wort »hasste« hin, weil »wir wissen, dass der Hass zu allem fähig ist, dass er eine große Kraft ist. Der Hass ist der Atem Satans: erinnern wir uns daran, dass er nicht lieben kann, Satan kann nicht lieben, er kann nicht lieben. Seine ›Liebe‹ ist der Hass«. Und »diese Frau hatte den satanischen Geist des Hasses« und »der Hass zerstört«.

»Die dritte Gestalt«, so der Papst, »ist das Mädchen, die Tochter von Herodias: sie konnte gut tanzen, so gut, dass es den Gästen, dem König so sehr gefallen hat«. Und »in dieser Begeisterung – ein bisschen Begeisterung, zu viel Wein und viele Leute dort – machte der König diesem eitlen Mädchen ein Versprechen: ›Ich werde dir alles geben«. Der Papst wies darauf hin, dass »er dieselben Worte benutzt, die Satan benutzt, um Jesus zu versuchen: ›Wenn du mich anbetest, werde ich dir alles geben, das ganze Reich‹«. Denn »hinter diesen Charakteren steht Satan, der Säer des Hasses bei der Frau, der Säer der Eitelkeit beim Mädchen, der Säer der Korruption beim König«.

In diesem Kontext »endete der ›größte Mann, der von einer Frau geboren wurde‹, er allein in einer dunklen Zelle des Gefängnisses, aus einer Laune einer eitlen Tänzerin heraus, durch den Hass einer teuflischen Frau und die Korruption eines unentschlossenen Königs«. Johannes »ist ein Märtyrer, der es zuließ, dass sein Leben immer weniger wurde, um für den Messias Platz zu machen«. Und er stirbt dort, in der Anonymität, wie viele unserer Märtyrer«. Dies gehe soweit, dass »das Evangelium nur sagt, dass die Jünger hingegangen sind, um den Leichnam mitzunehmen und zu begraben«.

»Ein jeder von uns kann denken: dieses Zeugnis ist ein großes Zeugnis eines großen Mannes, eines großen Heiligen«, sagte der Papst. »Das Leben hat nur Wert«, so der Hinweis, »wenn es geschenkt wird, wenn es in der Liebe, in der Wahrheit geschenkt wird, wenn es anderen gegeben wird, im täglichen Leben, in der Familie«. Doch: »Es immer schenken«. Und »wenn jemand das Leben für sich nimmt, um es zu bewahren, wie der König in seiner Korruption oder die Frau mit dem Hass oder das kleine Mädchen, das Mädchen mit seiner Eitelkeit – ein wenig eine Heranwachsende, Gedankenlose –, dann stirbt das Leben, das Leben verwelkt, es nützt zu nichts«. Im Gegensatz hierzu »schenkte Johannes sein Leben: ›Ich dagegen muss geringer werden, damit er gehört und gesehen werden kann, damit er, der Herr, sich offenbart‹«.

Abschließend riet Franziskus dazu, »sich an die vier Charaktere zu erinnern: an den korrupten König, an die Frau, die nur zu hassen wusste, an das eitle Mädchen, dem nichts bewusst ist, und an den Propheten, allein, in einer Zelle enthauptet«. Mit dem guten Wunsch, dass »jeder sein Herz öffne, damit der Herr zu ihm darüber sprechen kann«.

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13. Dezember 2019

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