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Überlegungen zum Thema der weiblichen Identität

Der Versuch, gründlichere Überlegungen zum Thema der weiblichen Identität anzustellen: dieses Ziel haben wir uns für die nächsten drei Ausgaben von »Frauen – Kirche – Welt« gesetzt. Überlegungen, die nicht umhin können, vom Kernstück der Verschiedenartigkeit auszugehen: von der Mutterschaft, die in der vorliegenden Frauenausgabe als jene Fähigkeit zur Fürsorge behandelt wird, die die Frauen in allen Lebensbereichen einzubringen verstehen, im privaten wie im öffentlichen Leben.

Diliber Kelesh aus Syrien hält im Flüchtlingslager von Idomeni ihr sechs Monate altes Baby im Arm (Gregorio Borgia, AP)

Sich um andere Menschen kümmern, um Kinder wie um schwache oder alte Menschen, sich der zerbrechlichsten Menschen anzunehmen ist alles andere als leicht, es gibt dafür keine Handbücher mit Patentrezepten, und trotzdem ist es eine Kunst, die die Frauen in ihrem Leben lernen, ausüben und bezeugen. Sozusagen eine unablässige Übung der Barmherzigkeit und eine ganz konkrete Liebe, die ihre Spuren in der Zeit hinterlässt und Beziehungen aufbaut.

Im Übrigen beruht die konstruktive Kraft der Mutterschaft seit jeher auf ihrer Universalität. Das demonstrieren die Geschichten, die wir hier erzählen und die dem, was seit Jahrtausenden geschieht, in nichts nachstehen: das Werk von Schwester Angela Bertelli in Thailand mit ihrem »Haus der Engel«, bis hin zur Geschichte der fünf Frauen, die Mose retteten: es bedarf keiner Entbindung, um Bande mütterlicher Fürsorge knüpfen und erleben zu können. Das ist etwa den Ordensfrauen – Müttern auch ohne Schwangerschaft – bestens bekannt, die in der Welt alltäglich und wunderbar für die Fähigkeit zur Fürsorge für Kinder, für schwache und zerbrechliche Menschen und für die Letzten Zeugnis geben.

In unserer christlichen Vorstellungswelt sind die Darstellungen der Pietà – der ultimative Akt der Fürsorge der Mutter für den Leib des gekreuzigten Sohnes – das höchste und stärkste Symbol für diese Fähigkeit zur Fürsorge – sprich: der Liebe –, die über den Tod hinausgeht. So schrieb Julia Kristeva: »Wenn jede Liebe zum Nächsten in dieser grundlegenden archaischen Erfahrung der mütterlichen Liebe gründet, die einzigartig und universell ist, wenn die Mutterliebe die am wenigsten ambivalente Form der Liebe ist, dann gründen die Caritas (die Nächstenliebe) der Christen wie auch die Rechte des säkularen Menschen auf der mütterlichen Liebe.« Die mütterliche Fürsorge ist in der Tat das Vorbild einer jeden Form der Humanisierung der Beziehungen zwischen den Menschen.

Giulia Galeotti

Druckausgabe

 

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14. November 2018

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