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Treue ohne Halbherzigkeit

· Messe in Santa Marta ·

Die Frage der »Treue zu Gott« ist entscheidend. Ebenso die Entscheidung, »mit ihm oder gegen ihn« zu sein, weil es keine mittleren Wege gibt. Papst Franziskus ging bei der Messe in Santa Marta am Donnerstagmorgen, 28. März, direkt auf das Wesentliche der Grundentscheidungen aller Menschen ein.

»Gemeinsam haben wir diese Aufforderung des Herrn zur Umkehr gebetet: ›Hört auf die Stimme des Herrn, verhärtet nicht euer Herz!‹«, erklärte der Papst und bezog sich dabei auf den Antwortpsalm. »Denn oft sind wir taub«, fügte er hinzu, »und hören nicht auf die Stimme des Herrn. Ja, wir hören der Nachrichtensendung zu, den Gerüchten, die im Viertel kursieren: Ja, da hören wir immer zu. Die Stimme des Herrn bleibt so oft ungehört«. Er erklärte jedoch: »Ohne auf die Stimme des Herrn zu hören, wird unser Herz wie die Erde ohne Wasser: ohne Wasser. Tage, Monate, Jahre ohne Wasser. Es verhärtet. Deshalb sagt der Herr: ›Verhärtet nicht euer Herz‹«.

»Wenn der Herr diese Aufforderung ausspricht«, sagte der Papst in Bezug auf den Abschnitt aus dem Buch des Propheten Jeremia (7,23-28), »spricht er aus Erfahrung, und die erste Lesung beschreibt uns diese Erfahrung Gottes vor seinem störrischen Volk, das nicht hören will«. Und als er diese Worte aussprach, schlug der Papst auch mit der Hand auf das Pult, um genau verständlich zu machen, woran er dachte: an den Starrsinn des Menschen, der meint, er »genüge sich selbst«. »In diesem Abschnitt aus dem Buch des Propheten Jeremia ist das ein bisschen die Klage des Herrn«, erklärte er: »›Ich gab ihnen folgendes Gebot, sagt der Herr: Hört auf meine Stimme, dann will ich euch Gott sein und ihr sollt mir Volk sein‹«. Es sei dies »eine Verheißung«. Dagegen »was tat das Volk?« Jeremia schreibe: »Sie aber hörten nicht und neigten mir ihr Ohr nicht zu«.

An diesem Punkt regte Franziskus an, dass »ein jeder von uns höre, was der Herr des Volkes sagt und denke nach, ob er nicht dasselbe getan hat«. Im Abschnitt aus Jeremias sei zu lesen: »Sie folgten den Eingebungen und der Verstocktheit ihres bösen Herzens. Sie zeigten mir den Rücken und nicht das Gesicht«. Als sage man: »Nein, der Herr zählt nicht: ich bevorzuge das, das, das. Ja, da ist Gott, aber ich mache mein eigenes Ding«.

Dann, so fuhr der Papst fort, »gibt Jeremia eine Beschreibung: ›Von dem Tag an, als eure Väter aus dem Land Ägypten auszogen, bis auf den heutigen Tag sandte ich zu euch alle meine Knechte, die Propheten, mit Eifer habe ich sie immer wieder gesandt. Aber sie hörten nicht auf mich und neigten nicht das Ohr‹«. Und vielleicht hätten sie geantwortet: »Ja, ja, ja: morgen werden wir auf dich hören«. Jeremia fahre fort: »Sie verhärteten ihren Nacken, trieben es schlimmer als ihre Väter«. Und weiter: »Auch wenn du ihnen alle diese Worte sagst, werden sie nicht auf dich hören. Wenn du sie rufst, werden sie dir nicht antworten. Und der Herr endet mit dieser traurigen Erklärung, die ein Zeugnis des Todes ist: ›Die Treue ist zugrunde gegangen, aus ihrem Mund verschwunden‹«.

Es sei dies »ein Volk ohne Treue, das den Sinn für die Treue verloren hat«, unterstrich der Papst erneut. Und »das ist die Frage, von der die Kirche heute will, dass wir sie uns stellen, ein jeder: Habe ich die Treue zum Herrn verloren? – Nein, nein, ich gehe jeden Sonntag zur Messe – Ja, ja, aber jene Treue des Herzens: habe ich diese Treue verloren, oder ist mein Herz hart, verstockt, taub, lässt es den Herrn nicht eintreten, richtet es sich allein mit drei oder vier Dingen ein, und tut es dann, was es will?« Dies »ist eine Frage für jeden von uns: wir alle müssen sie uns stellen, denn die Fastenzeit dient dazu, unser Herz neu zu besäen«.

»›Hört heute auf die Stimme des Herrn‹ ist die Einladung der Kirche. ›Verhärtet euer Herz nicht‹«, fuhr Franziskus fort. Denn »wenn jemand mit einem verstockten Herzen lebt, das nicht auf den Herrn hört, dann geht er über das Nicht-Hören auf ihn hinaus; wenn es etwas vom Herrn gibt, das es nicht mag, dann lässt es den Herrn mit einem Vorwand beiseite, es diskreditiert den Herrn, es verleumdet den Herrn, es diffamiert den Herrn«.

In diesem Zusammenhang bezog sich der Papst auf den von der Liturgie vorgeschlagenen Abschnitt aus dem Lukasevangelium (11,14-23): »Das geschah Jesus mit den Leuten: Jesus wirkte Wunder, er heilte die Kranken, um zu zeigen, dass er die Macht hatte, auch die Seelen, unsere Herzen zu heilen. Und was sagten diese störrischen Leute? ›Mit Hilfe von Beelzebul, dem Herrscher der Dämonen, treibt er die Dämonen aus.‹«

»Den Herrn zu diskreditieren«, fuhr er fort, »ist der vorletzte Schritt dieser Ablehnung des Herrn: Nicht auf ihn hören, zulassen, dass das Herz hart wird wie der Boden, der jahrelang kein Wasser bekommen hat, und ihn dann diskreditieren: ›Aber nein, dieses Wunder, das ist ein Hexer‹, sagten sie von Jesus; ›Er tut Dinge mit der Macht des Teufels, wie alle Zauberer‹«.

»Jesus diskreditieren« also. Und »dann fehlt nur noch der letzte Schritt, von dem es keine Rückkehr gibt, nämlich die Lästerung gegen den Heiligen Geist«. Im Evangelium sei zu sehen, dass »Jesus versucht, sie zu überzeugen«. Aber sie hätten nicht auf ihn gehört. So komme es dazu, dass »Jesus am Ende, so wie der Prophet mit diesem eindeutigen Satz endet – ›Die Treue ist verschwunden‹ –, mit einem weiteren Satz schließt, der uns helfen kann: ›Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich‹«. Klar und deutlich erinnerte der Papst daran, dass man nicht sagen könne: »›Nein, nein, ich bin mit Jesus, aber aus einiger Entfernung, ich komme nicht zu nahe.‹ Nein, das gibt es nicht. Entweder bist du mit Jesus oder du bist gegen Jesus. Entweder bist du treu oder du bist untreu. Entweder hast du ein gehorsames Herz oder du hast deine Treue verloren«.

»Jeder von uns«, so empfahl Franziskus, »denke heute während der Messe und dann während des Tages nach, denke ein wenig darüber nach: Wie steht es um meine Treue? Um den Herrn abzulehnen: suche ich da nach einem Vorwand, nach etwas, und diskreditiere ich den Herrn?« Deshalb dürfe man »nicht die Hoffnung verlieren, und diese zwei Worte – ›Die Treue ist verschwunden‹, und ›Wer nicht mit mir ist, ist gegen mich‹ – lassen auch für uns noch Raum für Hoffnung«.

Am Ende der Predigt unterbreitete der Papst »ein weiteres Wort, das wir im Ruf vor dem Evangelium gehört haben: ›Kehrt um zum Herrn von ganzem Herzen, denn er ist gnädig und barmherzig‹«. So »ist dein Herz hart wie dieser Stein, es ist hart. Ja, viele Male hast du mich diskreditiert, um mir nicht zu gehorchen, vielleicht hast du mich auch verleumdet. Aber es ist noch Zeit: ›Kehrt um zum Herrn von ganzem Herzen, sagt der Herr, denn ich bin gnädig und barmherzig, voll Langmut und reich an Güte: ich werde alles vergessen. Es ist mir wichtig, dass du zu mir kommst. Darauf kommt es an, sagt der Herr.‹ Und so vergisst er alles andere«. Denn, so Franziskus abschließend, »dies ist die Zeit der Barmherzigkeit, es ist die Zeit des Erbarmens des Herrn: öffnen wir unser Herz, damit er in uns komme«.

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15. Oktober 2019

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