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Mit Gott am Werk

· Heilige Messe in Santa Marta ·

Gott ist aus Liebe stets am Werk. An uns liegt es, ihm verantwortungsbewusst und im Geiste der Versöhnung zu antworten und dabei dem Heiligen Geist freie Bahn zu lassen. So lautete die Aufforderung, die der Papst in der Frühmesse des 9. Februar an die Anwesenden in der Kapelle des Hauses Santa Marta richtete.

»Der heutige Wortgottesdienst«, so erläuterte Franziskus gleich eingangs unter Verweis auf das Buch Genesis (1,1-19), »lässt uns an die Werke Gottes denken und führt uns zum Nachdenken darüber: Gott ist am Werk.« Er tut so viel, dass »Jesus selbst gesagt hat: ›Mein Vater ist noch immer am Werk, und auch ich bin am Werk!‹« Und daher, so der Papst, »erklärten einige mittelalterliche Theologen: Am Anfang erschafft Gott, der Schöpfer, das Universum, er erschafft Himmel, Erde und alle lebenden Geschöpfe. Er erschafft. Das Werk der Schöpfung.« Aber »die Schöpfung endet nicht: Er stützt das, was er erschaffen hat, ohne Unterlass, er wirkt, um zu stützen, was er erschaffen hat, damit es vorankommt.«

Der Papst machte darauf aufmerksam, dass wir gerade im Evangelium nach Markus (6,53-56) »›die andere Schöpfung‹ Gottes sehen«, das heißt »die Schöpfung Jesu, der kommt, um das ›neu zu schaffen‹, was durch die Sünde verdorben worden war«. Und »wir sehen Jesus mitten unter den Menschen«. In der Tat schreibe Markus: »Als sie aus dem Boot stiegen, erkannten die Menschen ihn sofort. Sie eilten aus der ganzen Gegend herbei und brachten die Kranken auf Tragbahren zu ihm, sobald sie hörten, wo er war. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.« Das sei »die ›Neu-Schöpfung‹«, und »die Liturgie bringe darin die Seele der Kirche zum Ausdruck, wenn sie in einem schönen Gebet sagen lässt:››Gott, du hast die Welt wunderbar erschaffen und noch wunderbarer neu geschaffen durch die Erlösung.‹« Also »ist diese ›neue Schöpfung‹ noch viel wunderbarer als die erste, dieses zweite Werk ist noch viel wunderbarer«.

Dann aber, so fuhr Franziskus fort, gebe es noch ›ein weiteres Werk: das Werk der Ausdauer im Glauben, von dem Jesus sagt, dass es vom Heiligen Geist vollbracht werde: ›Ich werde euch einen anderen Beistand geben, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.‹« Dies sei »das Wirken des Heiligen Geistes in unserem Inneren, um das Wort Jesu lebendig zu machen, um die Schöpfung zu bewahren, um sicherzustellen, dass diese Schöpfung nicht vergeht: Gegenwart des Heiligen Geistes in uns, der sowohl die erste als auch die zweite Schöpfung lebendig werden lässt.«

Kurz, »Gott ist am Werk, er wirkt. Und wir können uns fragen, wie wir auf diese Schöpfung Gottes, die aus der Liebe kommt, weil Gott aus Liebe am Werk ist, antworten können«. So »müssen wir auf die ›erste Schöpfung‹ mit jener Verantwortung antworten, die der Herr uns überträgt: ›Die Erde gehört euch, sorgt dafür, dass sie Bestand hat, lasst sie gedeihen!‹« Daher »tragen auch wir Verantwortung dafür, die Erde gedeihen zu lassen, die Schöpfung gedeihen zu lassen, sie zu bewahren und nach ihren Gesetzen zu ihrem Wachstum beizutragen: wir sind Herren, nicht Besitzer der Schöpfung«. Und wir dürften uns nicht »der Schöpfung bemächtigen, sondern wir müssen sie fördern, in treuer Befolgung ihrer Gesetze«. Gerade »das ist die erste Antwort auf Gottes Werk: arbeiten, um die Schöpfung zu bewahren, um sie Frucht tragen zu lassen«.

Der Papst erklärte weiter: »Wenn wir hören, dass Leute Versammlungen abhalten, um über die Bewahrung der Schöpfung nachzudenken, könnten wir sagen: ›Ach nein, das sind die Grünen!‹« Dagegen, so betonte er, »sind es nicht die Grünen: das ist christlich!« Und »das ist unsere Antwort auf die ›erste Schöpfung‹ Gottes, wir sind dafür verantwortlich!« Tatsächlich »ist ein Christ, der die Schöpfung nicht bewahrt, der sie nicht gedeihen lässt, ein Christ, dem das Werk Gottes gleichgültig ist, jenes Werk, das Gottes Liebe zu uns entsprungen ist«. »Das ist die erste Antwort auf die erste Schöpfung: die Schöpfung behüten, sie gedeihen lassen.«

Aber »wie antworten wir auf die ›zweite Schöpfung‹?«, fragte Franziskus, wobei er betonte, dass der Apostel Paulus dazu »ein wahres Wort spricht, das die eigentliche Antwort darstellt: ›Lasst euch mit Gott versöhnen!‹« Es gehe um »jene innere Haltung, die offen ist, stets den Weg der inneren Versöhnung zu gehen, den Weg der gemeinschaftlichen Versöhnung, denn die Versöhnung ist das Werk Christi«. Und Paulus sage weiter: »Gott hat in Christus die Welt mit sich versöhnt.« Das sei die zweite Antwort. »Zur ›zweiten Schöpfung‹ sagen wir: ›Ja, wir müssen uns mit dem Herrn versöhnen lassen.‹«

Franziskus sprach darauf eine weitere Frage an: »Und wie antworten wir auf das Werk, das der Heilige Geist in uns tut, also dass er uns an die Worte Jesu erinnert, dass er uns das, was Jesus gesagt hat, erläutert, es uns verständlich macht?« Paulus habe uns ja gesagt, dass wir den »Heiligen Geist, der in uns ist, nicht beleidigen sollen: Gebt acht, er ist euer Gast. Er ist in euch, er wirkt in euch! Beleidigt nicht den Heiligen Geist!« Und zwar deshalb, »weil wir an einen persönlichen Gott glauben. Gott ist Person: er ist die Person des Vaters, die Person des Sohnes und die Person des Heiligen Geistes.« Im Übrigen »haben alle drei Teil an dieser Schöpfung, an dieser Neu-Schöpfung, an dieser anhaltenden Neu-Schöpfung«. So »antworten wir allen Dreien: die Schöpfung hüten und gedeihen lassen, uns mit Jesus, mit Gott in Jesus, in Christus versöhnen lassen, Tag für Tag, und den Heiligen Geist nicht beleidigen, ihn nicht verjagen: Er ist der Gast unseres Herzens. Er ist es, der uns begleitet, der uns wachsen lässt.«

Abschließend betete der Papst, dass »der Herr uns die Gnade gewähren möge, zu verstehen, dass Er am Werk ist, und dass er uns die Gnade schenken möge, auf dieses Liebeswerk die richtige Antwort zu geben«.

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18. Januar 2020

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