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Machen wir Platz

· Messe in Santa Marta ·

Papst Franziskus ist wieder einmal auf das Mysterium Christi und der Kirche zurückgekommen. In Anlehnung an die Predigt, die er am Donnerstag, 20. Oktober, gehalten hatte und unter Verwendung von Gedankenimpulsen aus der Tagesliturgie befasste er sich in der Messe, die er am Freitag, 21. Oktober, in Santa Marta feierte, mit dem Thema der Einheit, die im Mittelpunkt des »Mysteriums der Kirche« stehe und die durch »das Band des Friedens« erreicht werde. Wie gewöhnlich versetzte sich der Papst in seiner Predigt in das Alltagsleben jedes einzelnen Christen hinein: um »würdig« auf den »Ruf des Mysteriums« reagieren zu können, müsse man lernen, »demütig« zu leben, mit jener Milde, die dazu führe, dass »wir uns gegenseitig ertragen« und mit jener »Großmut«, die das Herz allen Menschen gegenüber öffne.

Die Predigt ging aus von der Ersten Lesung aus dem Epheserbrief (4, 1-6), wo der heilige Paulus »den Ephesern das Mysterium der Kirche zu erklären versucht, wo er versucht, ihnen zu einem besseren Verstehen zu helfen«. Ein Mysterium, so sagte Papst Franziskus, das wir nur dann verstehen könnten, »wenn wir klein sind«. Und tatsächlich dränge auch die Liturgie mit Hilfe des Rufs vor dem Evangelium – »Sei gepriesen, Vater, Herr des Himmels und der Erde; du hast die Geheimnisse des Reiches den Unmündigen offenbart« – die Gläubigen dazu, um »diese Gnade« zu bitten, »mit derselben inneren Einstellung wie gestern, mit der Einstellung des Lobpreises, der Anbetung«.

In diesem Brief, so merkte der Papst an, »drückt sich Paulus ganz klar aus« und sage, was das Wichtigste sei: es müsse einem am Herzen liegen, »die Einheit des Geistes mit Hilfe des Bandes des Friedens zu bewahren«. Im Übrigen, so fügte er hinzu, »ist der Gruß des Herrn: ›Friede sei mit Euch!‹ ein Gruß, der eine Verbindung schafft; ein Gruß, der uns eint, um die Einheit des Geistes zu schaffen.« Und daher geschehe es gerade auf diesem Weg, dass »sich im Mysterium der Kirche die Einheit vertieft«, die dann gerade das sei, worum »Christus den Vater beim Letzten Abendmahl gebeten hatte: ›dass diese – die Meinen – eins seien, wie du, Vater, in mir bist und ich in dir‹«. Und der Apostel erkläre das im Folgenden noch näher: »Ein Leib und ein Geist, wie euch durch eure Berufung auch eine gemeinsame Hoffnung gegeben ist; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist.«

»Aber«, so fragte Franziskus, »wer schafft die Einheit? Das Band des Friedens«. In der Tat: »Wenn kein Friede herrscht, wenn wir es nicht fertigbringen, uns im weitesten Sinne des Wortes zu grüßen, ein offenes Herz im Geiste des Friedens zu haben, dann wird es die Einheit nie geben. Einheit in der Welt, Einheit in den Städten, im Stadtviertel, in der Familie«. Es sei kein Zufall, dass »der Geist des Bösen immer Kriege sät. Eifersüchteleien, Neid, Kämpfe, Klatsch und Tratsch… das sind Dinge, die den Frieden zerstören und wegen derer keine Einheit möglich ist«.

Aber wie solle sich ein Christ ganz konkret verhalten, »um diese Einheit zu finden?« Die Antwort finde sich wiederum im Paulusbrief: »Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe«. Drei Verhaltensweisen, mit denen sich der Papst ausführlicher auseinandersetzte.

Zunächst mit der Demut: »Man kann keinen Frieden stiften ohne Demut. Wo Hochmut herrscht, da ist immer Krieg, immer der Wunsch, über den anderen zu siegen, sich überlegen zu fühlen. Ohne Demut gibt es keinen Frieden und ohne Frieden gibt es keine Einheit.« Sodann die »Friedfertigkeit, also die Milde«. Und hier glossierte der Papst: »Vielleicht ist es ja ein bisschen übertrieben, aber ich wage zu sagen: wir haben verlernt, friedlich zu sprechen, unsere Art zu sprechen besteht darin zu schreien. Oder schlecht über die anderen zu sprechen… Keine Spur von Friedfertigkeit. Und die Friedfertigkeit hat einen Kern, der die Fähigkeit ist, einander gegenseitig zu ertragen.« Tatsächlich schreibe der heilige Paulus: »Ertragt einander in Liebe«. Also, so fügte der Papst hinzu, bedürfe es sehr großer »Geduld: die Fehler der anderen zu ertragen, die Dinge, die uns missfallen«.

Und schließlich die »Großmut«. Also ein »großmütiges Herz haben, ein großes Herz, das Platz für alle hat und nicht urteilt, das nicht wegen Lappalien kleiner wird«, nicht nach Klatsch giert, in der Art von: »was hat dieser gesagt…« oder »ich habe von jenem gehört…«. Vielmehr sei es ein Herz, in dem »Platz ist für alle. Und das schafft das Band des Friedens, das ist eine würdige Art, uns zu verhalten, um ein Band des Friedens zu schaffen, das Einheit schafft«. Wer die Einheit schaffe, so erläuterte Franziskus, »das ist der Heilige Geist«, aber gewisse innere Einstellungen zu haben »begünstigt die Schaffung der Einheit, bereitet sie vor«.

Um diese Reflexion zu vervollständigen, forderte der Papst auch dazu auf, Kap. 13 des 1. Korintherbriefs zu lesen, wo »Paulus diese Katechese über das Geheimnis der Kirche wieder aufnimmt« und »lehrt, wie Platz für den Heiligen Geist machen kann, mit welchen inneren Einstellungen unsererseits, damit er die Einheit schaffen kann«. Und er lehre auch, »wie zwischen uns das Band des Friedens zu schaffen ist, damit der Heilige Geist die Einheit schaffen kann«.

Das Mysterium der Kirche, so schloss der Papst – der alle dazu aufforderte, den Heiligen Geist zu bitten, dass er uns die Gnade gewähre, ihn zu verstehen und zu erleben –, »ist das Mysterium des Leibs Christi: ›Ein einziger Glaube, eine einzige Taufe‹, ›ein einziger Gott Vater aller Menschen, der über allem steht‹, ›durch alle Menschen und ist in allen präsent‹: das ist die Einheit, die Jesus vom Vater für uns erbeten hat und zu deren Schaffung wir beitragen müssen, diese Einheit, mit dem Band des Friedens. Und das Band des Friedens wächst mit der Demut, mit der Friedfertigkeit, damit, dass man sich gegenseitig erträgt, und mit der Großmut«.

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18. Januar 2020

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