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Lebendigkeit und Öffnung

Wieder einmal bildete das Hochfest der Apostel Petrus und Paulus den feierlichen und bedeutungsträchtigen Rahmen eines Konsistoriums zur Kreierung neuer Kardinäle. Des fünften eines Pontifikats, das Jahr für Jahr die Vertretung in diesem einzigartigen Kollegium – das Papst Franziskus sich wahrhaft »universell« (Griechisch: katholikòs), vor allem aber den Frauen und den Männern unserer Zeit nahe wünscht – mehr denn je auf alle Kontinente ausdehnt. Wodurch das Vorbild des Herrn nachgeahmt wird, der, so Bergoglio, »mit einer unvergleichlichen Pädagogik für sein Volk sorgt«.

Diese Aufmerksamkeit gegenüber der heutigen Menschheit ist auch der Schlüssel zu der vom Papst beschlossenen Erweiterung der Klasse der Kardinalbischöfe, die nun ebenso vergrößert wird wie im letzten halben Jahrhundert bereits jene der Kardinalpriester und Kardinaldiakone. Damit sind vier weitere seiner engsten Mitarbeiter in die erste der drei Klassen des Kollegiums eingetreten, die direkt in den Prozess der Auswahl von Geistlichen verwickelt sind, die der Papst zur Leitung der Ortskirchen beruft: Der Staatssekretär sowie die Präfekten der Kongregationen für die Orientalischen Kirchen, für die Bischöfe und für die Evangelisierung der Völker.

Als er während des Konsistoriums eine Bibelstelle auslegte, lenkte Franziskus die Aufmerksamkeit auf »Fragen und Sehnsüchte des menschlichen Herzens (…), die sonst oft verborgen sind« sowie auf die Selbstbezogenheit, die innerhalb der Kirche »Herz und Mission« steril werden lässt. Angesichts dieser Gefahr erinnerte der Papst an die Worte Jesu: »Bei euch aber soll es nicht so sein«, die er als »Stimme des Herrn« interpretierte, »der die Gemeinschaft davor bewahrt, zu sehr auf sich selbst zu schauen, anstatt den Blick, die Ressourcen, die Erwartungen und das Herz auf das zu richten, was zählt: die Mission«.

In der Tat ist der missionarische Schlüssel Bergoglios Hauptsorge: »Die Bekehrung von unseren Sünden, von unseren Egoismen, ist und bleibt kein Selbstzweck, sondern zielt vor allem darauf hin, in Treue und Bereitschaft zu wachsen, um die uns aufgetragene Sendung anzunehmen.« Aus demselben Grund »wächst die Autorität in der Kirche mit der Fähigkeit, die Würde des anderen zu fördern, den anderen mit Salbe zu behandeln, um seine Verletzungen und seine oft verwundete Hoffnung zu heilen«, sagte der Papst in einer ideellen Antwort auf die Grußworte des Patriarchen von Babylon der Chaldäer, der im Namen seiner Mitbrüder von der Kreierung neuer Kardinäle als einem Zeichen der Lebendigkeit und Öffnung der katholischen Glaubensgemeinschaft gesprochen hatte.

Während der Eucharistiefeier zum Hochfest der Apostel interpretierte Franziskus das Zeichen der Salbung als Symbol der Mission: Petrus »sah, wie Jesus sein Volk ›salbte‹. Jesus, der Gesalbte, der von Dorf zu Dorf zieht nur mit dem einen Wunsch, die zu retten und aufzurichten, die für verloren galten: Er ›salbt‹ die Toten, er salbt die Kranken, er salbt die Wunden, er salbt die Bußfertigen. Er salbt die Hoffnung. In dieser Salbung konnte sich jeder Sünder, jeder Verlierer, jeder Kranke, jeder Heide – jeder da, wo er sich befand – als geliebtes Glied der Familie Gottes fühlen«. Aber wie Petrus, der Jesus als den Messias, also als den Gesalbten Gottes, erkennt, ist auch die Kirche unablässig den Einflüsterungen des Bösen ausgesetzt, der ihrer Sendung Stolpersteine in den Weg legen will. Einer Sendung, die damit beginnt, das Licht jenes Herrn zu erkennen, den wir, wie Montini seinem Nachfolger zufolge zu wiederholen pflegte, brauchen.

g.m.v.

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20. November 2018

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