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Kleine und große Schönheit

· Heilige Messe in Santa Marta ·

Niemals dem Götzendienst der Immanenz oder dem Götzendienst der Gewohnheiten verfallen. Stattdessen immer darüber hinaus blicken, von der Immanenz auf die Transzendenz und von den Gewohnheiten auf die definitive Gewohnheit: die Schau der Herrlichkeit Gottes. Immer in der sicheren Gewissheit, dass auch das Vergehen des Lebens schön sein wird, wenn das Leben selbst schön ist. Dies der Rat des Papstes, um nicht den beiden Arten des Götzendienstes zu verfallen. Er sprach darüber in der Predigt der heiligen Messe, die er am Freitagmorgen, 13. November, in der Kapelle des Hauses Santa Marta feierte.

Franziskus ging bei seinen Überlegungen vom Antwortpsalm (Ps 19) aus. Dort »haben wir wiederholt gesagt: ›Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes‹: seine Herrlichkeit, seine Schönheit, die einzige Schönheit, die für immer bleibt«.

Lesung (Weish 13,1-9) und Evangelium (Lk 17,26-37) dagegen »sprechen von menschlichen Herrlichkeiten, ja vom Götzendienst«. Die Lesung insbesondere, so der Papst, »spricht von der Schönheit der Schöpfung: Sie ist schön! Gott hat Schönes geschaffen!« Aber »sie unterstreicht auch sofort den Irrtum, den Fehler jener Menschen, die nicht fähig waren, über dieses Schöne hinaus auf die Transzendenz zu blicken«. Sicherlich seien diese Dinge »in sich selbst schön, sie haben in diesem Fall ihre Autonomie an Schönheit«, aber jene Menschen »haben nicht erkannt, dass diese Schönheit ein Zeichen für eine andere, größere Schönheit ist, die uns erwartet«. Genau »jene Schönheit«, auf die sich Psalm 19 beziehe: »Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes. Es ist die Schönheit Gottes.«

Im Buch der Weisheit sei zu lesen, dass die Menschen von der Schönheit der von Gott geschaffenen Dinge so fasziniert waren, dass sie diese schließlich für Götter hielten. Das sei der »Götzendienst der Immanenz«. Praktisch habe man gedacht, dass »diese Dinge nicht über sich selbst hinausweisen und so schön sind, dass sie Götter sein müssen«. Aber so »sind die Menschen diesem Götzendienst verfallen, sie staunten über ihre Macht und Energie«. Ohne zu erkennen, »wie viel größer ihr Gebieter ist, denn sie wurden geschaffen von dem, der Ursprung und Urheber der Schönheit ist«.

»Es ist Götzendienst, auf die vielen schönen Dinge zu blicken, ohne daran zu denken, dass sie einmal vergehen werden«, wobei Franziskus unterstrich, dass auch das Vergehen seine Schönheit habe. »Die Gefahr dieses Götzendienstes, an der diesseitigen Schönheit zu hängen, ohne Transzendenz«, bestehe für alle. Das sei »der Götzendienst der Immanenz: Wir glauben, dass die Dinge, so wie sie sind, gleichsam Götter sind, die nie vergehen werden.« Und »wir vergessen die Vergänglichkeit«.

»Der zweite Götzendienst ist der Götzendienst der Gewohnheiten«, erläuterte der Papst weiter. Im Tagesevangelium »spricht Jesus vom Jüngsten Tag, vom Ende, und sagt: ›Wie es zur Zeit des Noach war, so wird es auch in den Tagen des Menschensohnes sein. Die Menschen aßen und tranken und heirateten bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging.‹« Kurz gesagt, »alles war wie gewöhnlich, das Leben ist so: wir leben nun einmal so, ohne daran zu denken, dass diese Art zu leben enden wird«.

Doch »auch das ist Götzendienst: an den Gewohnheiten zu hängen, ohne daran zu denken, dass dies ein Ende haben wird«. Aber »die Kirche lenkt unseren Blick auf das Ende dieser Dinge«. So könnten »auch die Gewohnheiten als Götter angesehen werden«. Der Götzendienst bestehe darin, zu denken, dass »das Leben eben so ist«, um wie gewohnt weiterzumachen. Und »wie die Schönheit letztendlich in eine andere Schönheit übergehen wird, so wird unsere Gewohnheit in eine Ewigkeit übergehen, in eine andere Gewohnheit. Aber da ist Gott!«

So »bereitet uns die Kirche in dieser Woche auf das Ende des Kirchenjahres vor und lässt uns an das Ende des Geschaffenen denken«, das verwandelt werde. »Aber Jesus gibt uns im Evangelium einen Rat: ›Nicht zurückkehren, nicht zurückschauen.‹« Als Beispiel nenne Lukas die Frau des Lot.

Ebenso greife der Autor des Hebräerbriefes diesen Rat auf und sage: »Wir – die Gläubigen – sind keine Menschen, die zurückgehen, die zurückweichen, sondern Menschen, die stets vorangehen.« Franziskus seinerseits wiederholte den Rat, »in diesem Leben stets voranzugehen, das Schöne zu sehen – mit den Gewohnheiten, die wir alle haben, aber ohne sie zu vergöttern«, weil sie eines Tages »aufhören« werden. Abschließend sagte er: »Mögen diese kleinen Schönheiten, die die große Schönheit widerspiegeln, unsere Gewohnheiten sein, um im ewigen Gesang weiterzuleben, in der Schau der Herrlichkeit Gottes.«

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